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Sinkende Umfragewerte: Seehofer warnt CSU vor Panik

zuletzt aktualisiert: 19.09.2008 - 19:11

München (RPO). In knapp einer Woche wählen die Bayern einen neuen Landtag. Bislang immer eine sichere Angelegenheit für die CSU, die seit gefühlten Ewigkeiten mit absoluter Mehrheit das Land regiert. Doch wird es eine Woche vor der Wahl für den Platzhirsch in den Umfragen immer enger. Horst Seehofer warnt seine Partei sogar vor Panik.

Horst Seehofer lobt den "Durchbruch" beim Thema Datenschutz.  Foto: AP, AP
Horst Seehofer lobt den "Durchbruch" beim Thema Datenschutz. Foto: AP, AP

Der stellvertretende CSU-Chef Horst Seehofer riet seinen Parteifreunden in Berchtesgaden: "Die letzten acht Tage vor einer Wahl gibt es nur noch eines: Nerven bewahren, zusammenhalten und kämpfen."

Ungewöhnlich hoch ist der Anteil der Unentschlossenen: Die Hälfte der Wahlberechtigten weiß laut Forschungsgruppe Wahlen noch nicht, ob und wen sie wählen soll. Derzeit zeichne sich für die CSU gegenüber der letzten Landtagswahl ein Absturz um 14 Punkte auf 47 Prozent ab. Das würde noch knapp für eine absolute Mehrheit im Landtag reichen, weil die Linke nach diesem Stand den Einzug mit 4 Prozent verfehlt. Die SPD liegt laut Umfrage weiter bei nur 20 Prozent. Die FDP würde mit 9 Prozent den Sprung in den Landtag schaffen, ebenso die Freien Wähler mit 8 Prozent. Die Grünen blieben bei 8 Prozent.

Nach dem Fernsehduell von Ministerpräsident Günther Beckstein mit SPD-Spitzenkandidat Franz Maget reklamierten beide Seiten den Sieg für sich. Viele Beobachter bescheinigten dem Herausforderer aber den souveräneren Auftritt. Der Mannheimer Wahlforscher Andreas Wüst erklärte ihn zum Punktsieger. Der Passauer Professor Heinrich Oberreuter sagte, Beckstein habe "bei der Sachkompetenz die Nase vorn gehabt", aber "man hat ihm angemerkt, dass er unter Hochspannung steht". Rund 900.000 Zuschauer verfolgten das Duell im Bayerischen Fernsehen.

Ramsauer sieht auch Positives

CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer kündigte eine große Mobilisierungsoffensive an. Details wollte sie nicht nennen, sonst "wäre die ganze Offensive im Eimer", sagte sie. Der stellvertretende Linksparteichef Klaus Ernst sagte: "Nur wenn die Linke im Landtag sitzt, bricht die absolute Mehrheit der CSU."

Der CSU-Landesgruppenschef im Bundestag, Peter Ramsauer, gab sich gegenüber "Spiegel Online" betont gelassen und erklärte, er gewinne der Situation sogar etwas Positives ab: "Das motiviert die eigene Wählerschaft." Eine Woche vor der Landtagswahl 1998 habe die CSU ebenfalls unter 50 Prozent gelegen. Der Anteil der Unentschlossenen sei diesmal "extrem hoch".

Quelle: ap

 
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