| 14.21 Uhr

CSU-Vorsitz bis 2018
Seehofer schmiedet Plan gegen Söder

Seehofer will Markus Söder als CSU-Chef verhindern
FOTO: dpa, kno htf
München. Horst Seehofer überlegt einem Magazinbericht zufolge, sich noch in diesem Jahr im Amt des CSU-Parteichefs bestätigen zu lassen und somit die Partei bis 2018 zu führen. Damit solle der Aufstieg von Parteikollege Markus Söder verhindert werden.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer erwägt nach einem Bericht des Magazins "Spiegel", bis 2018 CSU-Vorsitzender zu bleiben. Unter Berufung auf Parteikreise berichtete das Nachrichtenmagazin, der bis 2017 gewählte CSU-Vorsitzende denke daran, sich möglicherweise vom Parteitag Ende dieses Jahres außerplanmäßig noch einmal für zwei Jahre im Amt bestätigen zu lassen. Damit wolle er den Aufstieg seines ehrgeizigen Finanzministers Markus Söder verhindern.

Schlechtes Ergebnis

Ein Parteisprecher bezeichnete den Bericht am Samstag als "reine Spekulation". Ende November hatte Seehofer bei seiner Wiederwahl beim Parteitag in München einen Dämpfer erhalten. Mit 87,2 Prozent musste er sein bislang schlechtestes Ergebnis einstecken.

Der 66 Jahre alte Seehofer ist seit 2008 CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident. Das Amt als Regierungschef will er mit der Landtagswahl 2018 abgeben. Das hat er mehrfach angekündigt und zudem deutlich gemacht, dass er Ministerpräsidentenamt und CSU-Vorsitz in eine Hand legen will.

Abhängig vom Verlauf der Flüchtlingskrise

Nach dem Bericht des Nachrichtenmagazins soll eine endgültige Entscheidung über den Plan aber erst fallen, wenn der weitere Verlauf der Flüchtlingskrise absehbar sei. Sollte der Streit mit der CDU um die richtige Flüchtlingspolitik weiter eskalieren, sei Seehofer entschlossen, bis 2018 Parteichef zu bleiben.

Finanzminister Söder gilt als derzeit aussichtsreichster Kandidat im Rennen um die Nachfolge Seehofers. Allerdings habe sich der aus Franken stammende Söder zuletzt mehrere "Fouls" geleistet, schreibt der "Spiegel" unter Verweis auf Seehofers Umfeld weiter. So habe er zuletzt in der Flüchtlingskrise ohne Abstimmung mit den Parteichefs eine "Generalaussprache" der Vorstände von CDU und CSU gefordert.

(kl/dpa)
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