Familie oder Geliebte: Seehofer will vor Parteitag private Zukunft klären
zuletzt aktualisiert: 16.06.2007 - 12:58München (RPO). Wenn die CSU Ende September auf einem Parteitag über ihren neuen Vorsitzenden abstimmt, dann will Agrarminister Horst Seehofer seine private Zukunft geplant haben. Vor wenigen Tagen bekam seine Geliebte ihr gemeinsames Kind. Jetzt will Seehofer entscheiden, ob er künftig mit seiner Geliebten samt Baby zusammenleben will oder mit seiner Familie in Ingolstadt.
Er werde dies "zu gegebener Zeit" mitteilen, sagte der stellvertretende CSU-Vorsitzende dem Nachrichtenmagazin "Focus". Die Delegierten des Parteitages "werden wissen, über wen sie abstimmen". Seehofer und Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber wollen Nachfolger von Edmund Stoiber als Parteivorsitzender werden.
Trotz seiner Affäre rechne er sich gute Chancen aus, auf dem CSU-Parteitag im September zum Vorsitzenden gewählt zu werden, sagte Seehofer dem Magazin "Wirtschaftswoche". Aus der Bevölkerung fühle er sich ermuntert, seine Kandidatur aufrecht zu erhalten.
"Die Art, wie mir die Bürger in den Fußgängerzonen und Bierzelten begegnen, stimmt mich außerordentlich zuversichtlich, denn ein Parteitag der CSU hat sich noch nie gegen die Bevölkerung entschieden", sagte der Bundesagrarminister.
Führende Christsoziale verlangen von Seehofer nach der Geburt seiner unehelichen Tochter eine schnelle Klärung seiner privaten Situation. Bayerns Familien- und Frauenministerin Christa Stewens sagte dem "Focus": "Klare Verhältnisse sind wichtig für das neugeborene Kind und die Familie in Ingolstadt."
Ein potenzieller Parteivorsitzender müsse sich "zwischen zwei Frauen entscheiden können", rügte die sechsfache Mutter ihren Parteifreund. Der Chef der CSU-Europagruppe, Markus Ferber, sagte: "Ein kleines Kind braucht seinen Vater." Seehofer müsse schnell handeln, "auch wenn der richtige Zeitpunkt längst verstrichen" sei.
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