Kampf gegen Bürgerkriege: Sicherheitsrat verabschiedet Sudan-Resolution
zuletzt aktualisiert: 19.11.2004 - 12:31Nairobi (rpo). Der Weltsicherheitsrat hat eine Resolution verabschiedet, die auf eine Lösung des Konflikts im Südsudan und in der westlichen Provinz Darfur dringt. Regierung und Rebellen im Sudan haben sich daraufhin zur Beendigung ihres Bürgerkrieges verpflichtet und ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet.
Die dritte UN-Resolution zum Sudan wurde einstimmig verabschiedet. Sie sagt dem Land finanzielle und politische Unterstützung für die Umsetzung von Friedensvereinbarungen zu, droht aber nicht direkt mit Sanktionen. Der britische UN-Botschafter Emyr Jones Parry erklärte, der Sicherheitsrat erwarte, dass sich alle Konfliktparteien an den Aufruf zur Einstellung der Kampfhandlungen halten. Die UN müssten "bereit sein, härtere Maßnahmen zu ergreifen".
Die Hilfsorganisation Oxfam International kritisierte, der Sicherheitsrat habe es versäumt, eine härtere Haltung einzunehmen, um den Menschen in Darfur zu helfen. "Von New York bis Nairobi verläuft eine Spur schwacher Resolutionen zu Darfur, die zu nichts geführt haben", sagte Oxfam-Sprecherin Caroline Nursey. In Darfur kämpfen Rebellen gegen Regierungstruppen und deren paramilitärische Anhänger, die arabische Reitermiliz Dschandschawid. Letzteren werden schwere Verbrechen an der schwarzafrikanischen Bevölkerung zur Last gelegt. Seit März kamen in Darfur schätzungsweise 70.000 Menschen ums Leben, rund 1,8 Millionen flohen vor Gewalt und Krankheiten.
Der in Nairobi tagende Sicherheitsrat - seit 1952 war es erst die vierte Sitzung außerhalb von New York - befasste sich nicht nur mit Darfur, sondern auch mit dem Krisenherd im Süden des Sudans, wo Rebellen der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) seit 1983 gegen die Regierung kämpfen.
Der sudanesische Vizepräsident Ali Osman Taha und Rebellenführer John Garang hatten bereits im vergangenen Jahr versprochen, den Konflikt bis Ende 2003 zu beenden. Diplomaten reagierten daher zurückhaltend auf die am Freitag unterzeichnete Vereinbarung. "Wir sind dem Frieden sehr nahe, aber wir waren auch früher schon nahe dran", sagte der amerikanische UN-Botschafter John Danforth. Er forderte Taha und Garang auf, das Friedensabkommen bis zum Jahresende umzusetzen.
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