kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Angst vor Schwarz-Grün: Signal der NRW-FDP an die SPD

VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 09.01.2010 - 22:35

(RP). Mit Argwohn sehen die Liberalen, wie sich die Union auf die Grünen zubewegt. Deshalb spielen sie jetzt behutsam mit der roten Karte. Doch keine Frage: Wenn es das Wahlergebnis am 9. Mai erlaubt, werden beide Parteien ihre Koalition in Düsseldorf fortsetzen.

FDP-Fraktionschef Papke schaltet um auf Offensive.  Foto: Bretz
FDP-Fraktionschef Papke schaltet um auf Offensive. Foto: Bretz

Kurz vor Weihnachten war's, da stattete Regierungschef Jürgen Rüttgers (CDU) der FDP-Landtagsfraktion frohgemut einen Besuch ab. Der Ministerpräsident und FDP-Fraktionschef Gerhard Papke bekundeten hernach vor der Presse, dass man das erfolgreiche schwarz-gelbe Bündnis in Düsseldorf nach der Landtagswahl vom 9. Mai natürlich fortsetzen wolle.

Daran hat sich seither nichts geändert – im Prinzip jedenfalls. Am Freitag ließ jedoch eine Interview-Äußerung Papkes aufhorchen. Auf die Frage, ob er sich außer der von ihm favorisierten schwarz-gelben noch eine andere Koalition in NRW vorstellen könne, in der die Liberalen mitwirkten, meinte Papke: "Es hat in der langen Geschichte des Landes auch andere Koalitionen mit der FDP gegeben. Das blenden wir nicht aus." Der "Neuen Westfälischen" sagte er weiter: "Wir erinnern uns durchaus daran, dass wir über viele Jahre mit der SPD regiert haben."

Ist das die Ankündigung eines möglichen politischen Frontwechsels? In Nordrhein-Westfalen haben die Liberalen schon mehrfach ihre Macht ausgespielt. 1956 beendeten sie abrupt ihr Regierungsbündnis mit der CDU durch Abwahl des christdemokratischen Ministerpräsidenten Karl Arnold aus bundespolitischen Gründen. Es folgte die erste sozialliberale Koalition (unter Fritz Steinhoff), die nur zwei Jahre bis 1958 hielt. Exakt dasselbe "Umsturz-Spiel" wiederholte sich zehn Jahre später, als CDU-Regierungschef Franz Meyers von den Liberalen, die wieder mit in der Regierung saßen, gestürzt wurde – zugunsten eines Bündnisse von SPD und FDP unter Heinz Kühn.

Auch in der Regierung Rau (SPD) waren die Liberalen zunächst vertreten, doch 1980 war Schluss damit. Es folgten quälend lange Jahre der außer- und innerparlamentarischen Opposition, bis die FDP an der Seite von Rüttgers' CDU 2005 wieder Regierungsverantwortung übernehmen konnte.

Soll es das gewesen sein? Papke wehrt entschieden ab: Es bleibe dabei, dass Schwarz-Gelb fortgesetzt werde, erklärte er am Freitag unserer Redaktion. Es sei aber eine "Selbstverständlichkeit, dass demokratische Parteien untereinander koalitionsfähig sein müssen".

Dahinter steckt mehr: Die Liberalen sehen nicht ohne Argwohn, dass die CDU in den Bundesländern Bündnisse mit unterschiedlichen Partnern eingegangen ist und nun auch in NRW hoffnungsvoll auf Grün blickt. CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst appellierte bereits vor zwei Jahren (sicher nicht ohne Zustimmung von Parteichef Rüttgers) an die Grünen, aus der "babylonischen Gefangenschaft" der SPD auszubrechen und sich "bürgerlichen Optionen" zuzuwenden.

In zahlreichen Städten wie Aachen und Bonn wurden nach der Kommunalwahl 2009 schwarz-grüne Bündnisse geschmiedet – auch im Rhein-Sieg-Kreis, wo Gerhard Papke FDP-Chef ist. Obwohl eine schwarz-gelbe Koalition möglich gewesen wäre, entschied sich die von Andreas Krautscheid geführte Kreis-CDU für ein Zusammengehen mit den Grünen. Krautscheid ist nicht nur Europaminister, sondern auch enger Vertrauter des Ministerpräsidenten.

Schwarz-Grün liegt in der Luft, befürchten Liberale, auch wenn führende Grüne wie Parteichefin Claudia Roth einer "schwarzen Ampel" aus CDU, FDP und Grünen ("Jamaika-Koalition") eine Absage erteilen. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Düsseldorfer Landtag, Sylvia Löhrmann, hält da lieber eine Hintertür offen.

Eine freiwillige Ankettung an die Union kommt für die NRW-FDP jedenfalls nicht in Frage. Deshalb zieht sie jetzt behutsam die rote Karte. An Selbstbewusstsein hat es den Liberalen in NRW in den letzten Jahren ohnehin nicht gefehlt. Immer wieder setzten sie der Rüttgers-CDU mit Nadelstichen zu, etwa in Sachen Schulreform.

Quelle: RP

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Romney vor Kandidatur für US-Präsidentenamt

Nach Vorwahl in Texas

Romney vor Kandidatur für US-Präsidentenamt

Mit einem Sieg bei der Vorwahl in Texas hat sich der US-Republikaner Mitt Romney die Nominierung als Präsidentschaftskandidat gesichert. mehr 

Wieder mehr CO2 ausgestoßen

EU-Staaten

Wieder mehr CO2 ausgestoßen

Die wirtschaftliche Erholung und ein außergewöhnlich kalter Winter haben den Kohlendioxid-Ausstoß 2010 wieder in die Höhe getrieben. mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Betreuungsgeld

FDP will keine weiteren Zugeständnisse machen

FDP-Generalsekretär Patrick Döring schließt weitere Ausgaben für die Familienpolitik nach der Einführung des umstrittenen Betreuungsgeldes aus. Seine Partei stehe zur Vereinbarung mit der CSU, 2013 das Betreuungsgeld einzuführen. mehr

 

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

 

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

 

Drohender Verzug bei Bergung der Abfälle

Altmaier besucht Atommülllager Asse

 
 

Kanzlerin informiert sich über Trassen-Ausbau

Die Tücken des deutschen Stromnetzes

Top-Services