Endlich mal lebendige Streitkultur im deutschen Wahlkampf. Viele empfanden den Dreikampf zwischen den drei Oppositionsparteien im Bundestag nach dem enttäuschenden Duell zwischen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier als Gewinn.
Das lag auch den streitfreudigen Spitzenkandidaten und ihrem Mut zur klaren Position. FDP-Chef Guido Westerwelle grenzte sich wirtschaftspolitisch deutlich von Linken und Grünen ab. Zur Schaffung neuer Arbeitsplätze müsse der Mittelstand entlastet werden.
Der Auftritt von Linken-Chef Oskar Lafontaine enttäuschte viele Beobachter. Zu wenig griffig, zu verquast. Er wandte sich strikt gegen die Pläne der FDP, die Steuern zu senken.
Grünen-Chef Jürgen Trittin hielt sich mögliche Partnerschaften nach der Wahl offen. Wir sprechen immer mit allen", sagte der Spitzenkandidat.
Gewinner des Dreikampfes waren auch die Moderatoren Sigmund Gottlieb, Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, links, und WDR-Chefredakteur Joerg Schoenenborn. Beide zeigten sich gut vorbereitet und bestens aufeinander abgestimmt.
Der Dreikampf fand in einer eher nüchternen Kulisse statt.
Es brauchte auch keine Ablenkung. Die Kandidaten stritten untereinander, anstatt wohl abgehangene Positionen vorzutragen.
In der Debatte um die Zukunft der TV-Duelle im Wahlkampf wird dieser Dreikampf als positives Beispiel eine Rolle spielen.