+++ Die Ereignisse am Mittwoch im Überblick +++: So lief der erste Tag
zuletzt aktualisiert: 06.06.2007 - 22:21Rostock (RPO). Der G-8-Gipfel in Heiligendamm hat begonnen. Am Mittwoch trafen nach und nach die Teilnehmer am Flughafen Rostock ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel traf sich bereits kurz mit US-Präsident Bush zum Essen. Unterdessen gehen die Proteste der G-8-Gegner unvermindert weiter. Am Abend wurden drei Blockaden durch die Polizei aufgelöst.
+++ Mittwoch, 6. Juni 2007+++ Der Tag in Heiligendamm im Überblick+++
+++ 22.20 Uhr: Altkanzler Helmut Schmidt plädiert für eine Ausweitung des Teilnehmerkreises an den G-8-Gipfeln. "Es macht keinen Sinn mehr, weil die acht Länder allein die drohenden Gefahren zum Beispiel auf den Welt-Finanzmärkten nicht abwenden können", sagte der 88-Jährige dem Fernsehsender Phoenix.
+++ 20.59 Uhr: Die Polizei ist am Abend mit einer großen Zahl von Beamten in eines der drei Camps der Gipfelgegner eingedrungen. Die Beamten hätten eine Begehung im Camp Rostock gemacht, sagte eine Sprecherin der Polizei-Sondereinheit Kavala. Der Einsatz sei inzwischen abgeschlossen.
+++ 20.57 Uhr: Die Nachrichtenagentur ddp meldet, dass die Polizei am Abend drei Blockaden rund um Heiligendamm aufgelöst hat. Die Beamten hätten nach 18.00 Uhr geräumt, weil sie die Straßen befahren müssten, um die Einsatzkräfte zu bewegen, sagte Polizeisprecher Reinhard Höing. Nur dann könnten sie ihrem Schutzauftrag für den G8-Gipfel nachkommen. Die Polizei verfolge jedoch trotzdem eine Deeskalationsstrategie und habe deswegen die Blockaden so lange geduldet.
+++ 20.53 Uhr: Die Übertragung des für Donnerstag in Rostock geplanten G8-Protest-Konzerts auf eine Großbildleinwand am Warnemünder Strand ist abgesagt worden. Angesichts der angespannten Sicherheitslage wegen des G8-Gipfels und dadurch fehlenden Polizisten für dieses Public Viewing habe es keine Erlaubnis von der Polizei für die Übertragung gegeben, sagte Stadtsprecher Ulrich Kunze. Eine Absicherung der Veranstaltung hätte nicht erfolgen können.
+++ 19.58 Uhr: Die Nachrichtenagentur AP meldet, dass die Frau des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy früher als geplant den G-8-Gipfel in Heiligendamm verlässt und bereits am Donnerstagmittag nach Paris zurückreist. Cécilia Sarkozy nimmt damit nicht am gemeinsamen Mittagessen im Rahmen des Partnerprogramms im Schlosshotel der Burg Schlitz bei Güstrow und dem Besuch der Altstadt von Wismar teil. Offiziell wurde kein Grund für die vorzeitige Abreise genannt.
+++ 19.23 Uhr: Zum Auftakt ihres Gipfeltreffens in Heiligendamm sind die Staats- und Regierungschefs der G-8 am Abend zu einem gemeinsamen Abendessen zusammengekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Ehemann Joachim Sauer empfingen die Politiker und ihre Ehefrauen auf dem Gut Hohen Luckow rund 25 Kilometer landeinwärts von Heiligendamm. Das Essen sollte im stuckverzierten Rittersaal des Herrenhauses serviert werden.
+++ 19.07 Uhr: Laut einer Vorabmeldung der "Financial Times Deutschland" stockt Deutschland seine Gelder für den Kampf gegen Aids in den kommenden acht Jahren auf vier Milliarden Euro auf. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul sagte in der Zeitung, sie appelliere an die G-8-Staaten, ebenfalls finanzielle Zusagen zu machen.
+++ 18.46 Uhr: Die Lage am G-8-Sicherheitszaun hat sich am Abend wieder zugespitzt. Hunderte Demonstranten stürmten auf den Sicherheitszaun zu und rissen auf rund 200 Metern Maschendraht ab. Ein Vermummter versuchte, den 2,50 Meter hohen Sicherheitszaun zu erklettern. Dutzende Vermummte riefen "Der Zaun muss weg". Insgesamt befanden sich bis zu 7.000 Teilnehmer bei einer Sitzblockade nahe des östlichen Kontrollpunkts im Sicherheitszaun.
+++ 18.17 Uhr: Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) kritisiert die hohe Einsatzbelastung der bayerischen Polizisten beim G8-Gipfel in Heiligendamm. "Mit täglichen Dienstzeiten von bis zu 20 Stunden werden die Einheiten der Bereitschaftspolizei regelrecht verheizt", sagte der Chef des DPolG-Landesverbands, Hermann Benker. Der Gewerkschafter bemängelt, die Ruhezeiten zwischen den langen Einsätzen würden für die Polizisten auf bis zu fünf Stunden reduziert. Die Beamten wirkten wegen totaler Übermüdung bereits zur Halbzeit des Einsatzes "wie Zombies".
+++ 17.50 Uhr: Greenpeace meldet, dass die Wasserschutzpolizei Rostock und die Bundespolizei heute das Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" auf der Ostsee außerhalb des Sperrgebietes von Heiligendamm durchsucht haben. Die Beamten beschlagnahmten einen Heißluftballon und machten die Schlauchboote an Bord fahruntüchtig, bis auf eines. Die 24-köpfige Besatzung musste während der Durchsuchung in der Messe bleiben.
+++ 17.21 Uhr: Bei einem Besuch in Schwerin hat Präsidentengattin Laura Bush Kinder zum Lesen ermuntert. "Das Lesen bietet großartige Möglichkeiten", sagte die amerikanische First Lady im Gespräch mit Schülern. Man lerne ein Leben in Freiheit kennen und auch, frei zu diskutieren. Im Anschluss an eine Diskussion mit den Zehn- und Elfjährigen übergab sie Kinderbücher an die Bibliothek.
+++ 17.00 Uhr: Nach der Ankunft von Russlands Präsident Wladimir Putin sind nun alle G8-Gipfelteilnehmer in Heiligendamm versammelt.
+++ 16.27 Uhr: Die Globalisierungskritiker wollen ihre Blockade des G-8-Tagungsortes Heiligendamm bis zum Ende der Konferenz am Freitag fortsetzen. "Solange der Gipfel läuft, wird hier blockiert", sagte der Koordinator des globalisierungskritischen Netzwerks Attac, Sven Giegold.
+++ 16.15 Uhr: Der britische Premierminister Tony Blair ist auf dem Rostocker Flughafen gelandet. Für Blair ist es definitiv der letzte G-8-Gipfel. Am 27. Juni will er aus seinem Amt scheiden.
+++ 15.40 Uhr: Die Organisatoren der Blockaden des G-8-Tagungsorts Heiligendamm haben ihre Aktionen vom Mittwoch als "großen Erfolg" gewertet. "Wir haben zwei Zufahrtsstraßen zum G-8-Gipfel erfolgreich eingenommen. Damit sind wir sehr zufrieden", sagte Christoph Kleine von der Gruppe Block G-8.
+++ 15.18 Uhr: Bush sendet versöhnliche Signale an Putin. Russland sei "kein Feind" und "keine Bedrohung", sagte Bush am Mittwoch vor Beginn des G-8-Gipfels in Heiligendamm, an dem auch der russische Präsident Wladimir Putin teilnimmt. "Es gibt Meinungsverschiedenheiten. So ist das Leben", fügte Bush hinzu.
+++ 14.48 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel und George Bish stellen sich nach dem Essen der Presse. Merkel macht in Zuversicht. Sie sei zuversichtlich, auf dem G-8-Gipfel gemeinsame Positionen auch beim Klimaschutz erreichen zu können.
+++ 14.30 Uhr: Der kanadische Premierminister Stephen Harper trifft am Flughafen Rostock ein.
+++ 14.23 Uhr: Das Amtsgericht Rostock verurteilt vier weitere Steinewerfer der Krawalle vom Samstag zu Haftstrafen bis zu zehn Monaten. Ein Spanier und ein Deutscher erhielten am Dienstag je neun Monate Haft wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch.
+++ 14.07 Uhr: Der italienische Regierungschef Romano Prodi landet in Rostock.
+++ 13.44 Uhr: Eilmeldung aus Karlsruhe. Das Bundesverfassungsgericht bestätigt das Verbot eines ortsnahen Sternmarsches gegen den G-8-Gipfel. Die für Donnerstag geplante Demonstration dürfe angesichts der Sicherheitsrisiken nicht stattfinden, heißt es. Die Eilklage der Organistoren ist gescheitert.
+++ 13.00 Uhr: Angela Merkel und US-Präsident George W. Bush stellen sich vor ihrem gemeinsamen Mittagessen kurz der Presse für Fotos. Ihr wichtigstes Thema: der Klimawandel. Angela Merkel wird heute mit einigen der Staatschefs Einzelgespräche führen.
+++ 12.44 Uhr: Der japanische Premierminsiter Chinzo Abe landet in Rostock-Lage.
+++ 12.35 Uhr: G-8-Gegner haben nun auch die so genannte Molly-Bahn blockiert, mit der Journalisten zum Tagungsort gebracht werden sollen. Der Zugang für alle Pressevertreter nach Heiligendamm ist derzeit blockiert, wie AFP-Reporter vor Ort berichteten. Angeblich wird nun geprüft, ob ein Zugang für die Presse per Boot nach Heiligendamm möglich sei.
+++ 12.25 Uhr: Dem TV-Sender N24 zufolge haben 800 G-8-Gegner den Sicherheitszaun erreicht. 9000 Demonstranten versuchen den Angaben zufolge, an mehreren Stellen Straßenblockaden zu errichten.
+++ 12.00 Uhr: Polizeikontrollen und zeitweise Sperrungen auf der Autobahn 19 in Höhe des Flughafens Rostock-Laage sorgen für lange Staus in Richtung Rostock. Kurz vor dem Abzweig zum Flughafen, auf dem seit dem Morgen die Delegationen des G8-Gipfels landen, wurden die Fahrbahnen eingeengt. Auf den Überführungen der Autobahn wurden Panzerwagen der Bundeswehr postiert.
+++ 11.34 Uhr: EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso trifft ein. Er wird am Vormittag auf dem Flugplatz Rostock-Laage von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) begrüßt. Anschließend flog der EU-Kommissionspräsident mit einem Hubschrauber weiter in das Ostseebad.
+++ 11.00 Uhr: Fast 1000 Demonstranten überwinden bei Bad Doberan eine polizeiliche Sperre. Sie errichteten mit Hilfe von Ästen Straßenblockaden. Dadurch konnte die Polizei nicht sofort folgen. Durch einen Wald marschierten die Demonstranten anschließend in Richtung Sicherheitszaun. Dort wollten sie offenbar die Straße von Bad Doberan nach Heiligendamm blockieren.
+++ 10.50 Uhr: Im Zuge der Proteste gegen den G-Gipfel in Heiligendamm demonstrieren Mittwoch erneut mehrere tausend Globalisierungsgegner. Nach einer Mahnwache im Ort Admannshagen zogen rund 5500 Menschen in Richtung des Sperrzaus rund um das Tagungsgelände in Heiligendamm, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Ein zweiter Demonstrationszug setzte sich vom Kamp der Globalisierungsgegner in Reddelich nach Bad Doberan in Bewegung. Zu Zwischenfällen kam es zunächst nicht.
+++ 10.37 Uhr: Rückschlag: Die USA wollen sich auch während des G-8-Gipfels nicht auf konkrete langfristige Klimaziele einlassen. In der Abschlusserklärung würden solche Ziele nicht auftauchen, sagte am Mittwoch Jim Connaughton, Klimaberater von US-Präsident George W. Bush, in Heiligendamm.
+++ 07.07 Uhr: Es habe keinerlei Vorkommnisse gegeben, teilte am frühen Mittwochmorgen die Polizei-Sondereinheit mit. Unterdessen verbot die Polizei zwei für (den heutigen) Mittwoch geplante Demonstrationszüge von Gipfelgegnern nach Bad Doberan. Die Organisatoren der Protestmärsche wollen den Angaben zufolge beim Verwaltungsgericht Schwerin Anträge einreichen, mit denen sie ihre Demonstrationen doch noch zulassen wollen.
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