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Umweltministerium will Krebsrisiko verringern: Solarium-Verbot für Kinder und Jugendliche geplant

zuletzt aktualisiert: 21.09.2007 - 12:18

Berlin (RPO). Zum Schutz vor Hautkrebs soll Kindern und Jugendlichen ab 2009 der Besuch in Sonnenstudios verboten werden. Das Bundesumweltministerium plant außerdem die Einführung von Grenzwerten für die UV-Strahlen in Solarien.

Wie die Parlamentarische Staatssekretärin Astrid Klug am Freitag ankündigte, sind Sonnenstudios bis zur Umsetzung der Maßnahmen aufgerufen, sich freiwillig zu den geplanten Grenzwerten zu verpflichten. Sie erhalten dann das Zertifikat "Geprüftes Sonnenstudio".

Ultraviolette Strahlung begünstigt Hautkrebs, betonte Klug unter Berufung auf wissenschaftliche Studien. Um den wachsenden Zahlen einen Riegel vorzuschieben, wolle die Bundesregierung 2009 einen Grenzwert von 0,3 Watt pro Quadratmeter für Neu- und Altgeräte sowie das Verbot für Kinder und Jugendliche im Umweltgesetzbuch aufnehmen.

Dem Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven, zufolge gibt es in Deutschland jährlich 140.000 Hautkrebs-Neuerkrankungen - mit steigender Tendenz. "Dies ist der am häufigsten vorkommende Tumor überhaupt", betonte er. Er sei deshalb leicht vermeidbar, weil es nur einen einzigen Risikofaktor gebe: "Das ist UV-Strahlung."

Klug betonte, gerade Kinder seien besonders anfällig für die negative Wirkung der UV-Strahlung. "Durch die Exposition im Kindes- und Jugendalter wird das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken, stark erhöht." Nettekoven verwies auch darauf, dass die Behandlungskosten für Hautkrebs sich jährlich auf drei Milliarden Euro beliefen.

Der Vorsitzende des Bundesfachverbandes Sonnenlicht-Systeme, Jörg Wolff, kündigte an, dass bis Ende nächsten Jahres rund 1.000 von den existierenden 5.000 Sonnenstudios für die freiwillige Zertifizierung gewonnen werden sollen. Das "Geprüfte Sonnenstudio" soll die Begrenzung der Bestrahlungsstärke, die Einhaltung von Hygienevorschriften und eine Kundenberatung garantieren. Außerdem untersagen die zertifizierten Studios schon jetzt Jugendlichen den Zutritt.

Allerdings kündigte Wolff an, wenn es zu einer gesetzlichen Maßnahme komme, wolle sein Verband sich für eine Altersgrenze von 16 Jahren einsetzen. 16-18-Jährige könnten Sonnenstudios dann aufsuchen, wenn sie das Einverständnis der Eltern hätten. Die Quote von Jugendlichen an den Solariums-Besuchern bezifferte er auf "drei plus X Prozent".

Quelle: ap

 
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