kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Novum in der Bundesrepublik: SPD-Abgeordnete sollen Nebeneinkünfte abführen

zuletzt aktualisiert: 28.04.2005 - 15:07

Hannover (rpo). Mit Ingolf Viereck und Hans-Hermann Wendhausen (beide SPD) müssen erstmals in der bundesdeutschen Geschichte zwei Landtagsabgeordnete zu Unrecht erhaltene Nebeneinkünfte an den Staat abtreten. Das gab Landtagspräsident Jürgen Gansäuer (CDU) am Donnerstag bekannt.

Viereck und Wendhausen erhielten wegen der VW-Gehälteraffäre Zahlungsaufforderungen in Höhe von 343.519,32 Euro beziehungsweise 422.954,70 Euro. Die SPD-Politiker, die dem Landtag seit 1994 angehören, hatten Gansäuer zufolge bis Anfang des Jahres ihre VW-Gehälter weiter bekommen, ohne im Gegenzug eine angemessene Tätigkeit auszuüben. Eine den Einkünften entsprechende Tätigkeit für das Unternehmen aber ist im niedersächsischen Abgeordnetengesetz vorgeschrieben.

Neben Niedersachsen sehen nach Auskunft eines Landtagssprechers nur noch die entsprechenden Gesetze in Nordrhein-Westfalen und dem Saarland vor, in solchen Fällen die zusätzlich gezahlten Beträge als Sanktion einzufordern. Wenn Viereck und Wendhausen diese Verpflichtung binnen vier Wochen nicht anerkennen, will Gansäuer das Geld vor dem Verwaltungsgericht einklagen. Die beiden Betroffenen hatten bereits angekündigt, dass sie nicht zahlen wollen. Sie verweisen darauf, dass sie für VW Autos verkauft und als Berater tätig gewesen seien. Dadurch seien die Gehaltszahlungen gerechtfertigt.

Gabriel unterstützt Gansäuer

SPD-Fraktionschef Sigmar Gabriel stellte sich dagegen hinter Landtagspräsident Gansäuer. Es gebe für den festgestellten Verstoß gegen das Abgeordnetengesetz keine Rechtfertigung, erklärte Gabriel in Hannover. Die Fraktion habe daher auch gegen die Rückforderung keine Einwände. Allerdings würde es eine unbillige Härte bedeuten, wenn den Abgeordneten nicht gestattet werde, von den jetzt genannten Bruttobeträgen noch die gezahlten Steuern und Sozialabgaben abzuziehen. Gabriel versicherte, beide Abgeordneten hätten nicht vorsätzlich gegen das Abgeordnetengesetz verstoßen. Bis zum Ende des jetzt absehbaren Rechtsstreit würden sie alle Fraktionsämter ruhen lassen.

Ausgelöst hatte die niedersächsische Gehälteraffäre Ende Dezember Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). Als Vertreter des Großaktionärs Land Niedersachsen im VW-Aufsichtsrat hatte er den Konzern aufgefordert, alle entsprechenden Gehaltszahlungen an Abgeordnete zu veröffentlichen. Der Vorstand teilte dann im Januar mit, dass eine entsprechende interne Regelung seit 1990 in Kraft ist und insgesamt sechs SPD-Parlamentarier davon profitiert haben. Die Konzernführung strich die Richtlinie inzwischen ersatzlos.

Im Zuge der Gehälteraffäre war auch bekannt geworden, dass Wulffs Vorgänger Gabriel unmittelbar nach dem Verlust des Ministerpräsidentenamtes bei der Landtagswahl im Februar 2003 einen Beratervertrag mit VW geschlossen und daraus bis Ende 2004 rund 100.000 Euro kassiert hatte. Gansäuer bestätigte Gabriel bei Bekanntwerden, er habe seine Anzeigepflicht der Tätigkeit für VW "korrekt erfüllt", es gebe auch keine "zureichenden Anhaltspunkte" für eine Bezahlung ohne entsprechende Gegenleistung. Die Gesamtumstände halte er dennoch für "höchst problematisch".

Quelle: afp

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online

13 Männer gefesselt und erschossen

Neues Massaker in Syrien

Ungeachtet neuer diplomatischer Zwangsmaßnahmen werden in Syrien weiter Menschen ermordet. mehr 

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Der Bundespräsident fordert die israelische Regierung auf, in der Siedlungspolitik ein konstruktives Zeichen für die Palästinenser zu setzen ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

13 Männer gefesselt und erschossen

Neues Massaker in Syrien

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Möglicher Militäreinsatz in Syrien

USA weiter gegen militärisches Eingreifen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Der Bundespräsident fordert die israelische Regierung auf, in der Siedlungspolitik ein konstruktives Zeichen für die Palästinenser zu setzen. Seine zweifelnden Äußerungen über das Einstehen Deutschlands für Israel im Ernstfall sorgen für Aufregung. VON Birgit Marschall  mehr

 
 

Betreuungsgeld für Eltern

Was in Schröders Gesetzentwurf steht

 
 

Bildungsministerin unter Druck

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

 

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Top-Services