Familienförderung: SPD beharrt auf Steuervorteil nur für Berufstätige
zuletzt aktualisiert: 28.01.2006 - 10:47Berlin (rpo). Im Streit um die Familienförderung beharrt die SPD darauf, nur berufstätigen Eltern einen Steuervorteil bei der Kinderbetreuung zu gewähren. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil widersprach Berichten, wonach gemäß Forderungen aus der CDU/CSU neben Doppelverdienern und Alleinerziehenden nun doch auch Einzelverdienerfamilien einen Steuervorteil für Kinder unter 14 Jahren erhalten sollten.
Geholfen werden müsse zunächst den Familien, in denen beide Elternteile Beruf und Familie zu vereinbaren hätten, sagte Heil am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Heil widersprach damit "Das würde das Geld so streuen, dass es dort, wo geholfen werden muss, verpufft", sagte dazu Heil.
Es gehe darum, die begrenzten finanziellen Mittel von 460 Millionen Euro zielgenau einzusetzen. Berufstätige Eltern hätten mehr Fremdbetreuungsbedarf und höhere Kosten als eine Familie, in der die Frau zu Hause sei. Zudem sei es ungerecht, Einverdienerpaare zu begünstigen, da diese bereits vom Ehegattensplitting profitierten. Heil kündigte an, die SPD werde in der Familienpolitik herausarbeiten, "dass in der CDU bei vielen noch ein archaisches, altmodisches Frauen- und Familienbild" vorhanden sei.
Heil beharrte zugleich auf der Forderung seiner Partei, wonach Betreuungskosten für alle Kinder bereits vom ersten Euro an absetzbar sein sollen, nicht erst ab einem Schwellenwert von 1000 Euro für unter Sechsjährige, wie es das Bundeskabinett zunächst vereinbart hatte.
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