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Kundus-Affäre
SPD: "Organisierte Vertuschung" durch Bundeswehr

Chronik der Kundus-Affäre
Chronik der Kundus-Affäre FOTO: ddp
Hamburg (RPO). Der umstrittene Luftschlag von Kundus sorgt für neuen Ärger. Nach einem Medienbericht soll das Verteidigungsministerium gezielt versucht haben, Informationen zurückzuhalten. Unter anderem sollen zwei hochrangige deutsche Militärs aus internen ISAF-Protokollen die Vermutung über zivile Opfer haben streichen lassen, um die Folgen des Angriffs mit bis zu 142 Toten herunterzuspielen.

Am 4. September vergangenen Jahres hatte die Bundeswehr in Afghanistan zwei auf einer Sandbank festgefahrene Tankwagen bombardieren lassen, die von den Taliban entführt worden waren.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" soll Malte Krause, Büroleiter des damaligen Verteidigungsministers Franz Josef Jung (CDU), wenige Stunden nach dem Anschlag um 11.32 Uhr eine Kurzmitteilung an den Sprecher Christian Dienst mit der Empfehlung geschrieben haben, den Umstand des Festfahrens auf der Sandbank zunächst wegzulassen. In ersten offiziellen Reaktionen waren die Tanklaster als Gefahr für das Bundeswehr-Camp in Kundus dargestellt worden.

Im Kundus-Untersuchungsausschuss des Bundestages sorgten die neuen Erkenntnisse für Empörung. Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, sprach von einer "organisierten Vertuschung".

(DDP/felt)
 
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