Trauer: SPD-Politiker Wischnewski ist tot
zuletzt aktualisiert: 24.02.2005 - 21:20Köln (rpo). Der SPD-Politiker und Nahostexperte Hans-Jürgen Wischnewski ist Donnerstagnachmittag verstorben. "Überraschend" sei sein Tod für die Angehörigen eingetreten, nachdem sich der Gesundheitszustand des 82-Jährigen im künstlichen Koma verbessert hatte. Dies teilte Wischnewskis persönlicher Referent Arnold Joosten am Donnertagabend mit.
Wischnewski starb am Donnerstag in der Kölner Uni-Klinik, wie Joosten mitteilte. Wischnewski hatte Mitte Februar in Folge eines Infekts schwere Atemnot bekommen und musste von Ärzten wiederbelebt werden. In der Kölner Klinik wurde er daraufhin in ein künstliches Koma versetzt. In den darauffolgenden Tagen hatte sich sein Gesundheitszustand zunächst wieder gebessert.
Wischnewski war in den 70er Jahren und auch später für heikle diplomatische Missionen zuständig. Als Staatsminister der sozialliberalen Bundesregierung wirkte "Ben Wisch" im Oktober 1977 in Mogadischu entscheidend an der Bewältigung der Geiselkrise um die Lufthansa-Maschine "Landshut" mit. In den 80er Jahren betätigte sich Wischnewski unter anderem als Friedensvermittler in Mittelamerika und als Unterhändler im Nahen Osten. Bis 1990 war er im Bundestag vertreten. Wischnewski verfügte über ein weites Kontaktnetz in den Nahen Osten und nach Nordafrika. Im Dezember 2004 war er noch zur Beisetzung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat nach Ägypten angereist.
Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering bezeichnete Wischnewski in einem Nachruf als einen außergewöhnlichen Politiker, dessen "menschliche Art" und "politische Fähigkeiten" ihn über Partei- und Landesgrenzen hinaus zu einem der "beliebtesten und anerkanntesten Politiker der vergangenen Jahrzehnte" gemacht habe. Seine "besondere Leidenschaft" habe dem Frieden im Nahen Osten gegolten.
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