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Abfuhr für Kurt Beck: SPD-Wähler: Müntefering ist der bessere SPD-Vorsitzende

zuletzt aktualisiert: 24.08.2008 - 12:04

Berlin (RPO). Der frühere SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Franz Müntefering bereitet seine Rückkehr in die Politik vor. Und das scheinen die SPD-Wähler auch stark zu begrüßen: Nach einer Umfrage halten 61 Prozent der Befragten Franz Müntefering für den besseren SPD-Vorsitzenden.

Starke Zahlen für Franz Müntefering: 61 Prozent der SPD-Wähler sind nach einer Emnid-Umfrage davon überzeugt, dass Müntefering ein besserer SPD-Vorsitzender wäre als Kurt Beck. Nur 36 Prozent hielten Beck für stärker, berichtete die "Bild am Sonntag", die die Umfrage in Auftrag gegeben hatte. Als aussichtsreichsten Kanzlerkandidaten sehen die SPD-Wähler demnach Steinmeier mit 39 Prozent vor Müntefering mit 23 Prozent. Für Beck sprachen sich 19 Prozent der SPD-Anhänger aus.

Knapp vier Wochen nach dem Tod seiner Frau besuchte der 68-Jährige am Samstag gemeinsam mit SPD-Spitzenpolitikern eine Gedenkfeier für Johannes Rau in Wuppertal. Danach zogen sich Müntefering und Parteichef Kurt Beck zu einem Gespräch zurück, über das beide Seiten Stillschweigen bewahrten.

Rückkehr in die Politik

Welche Rolle Müntefering künftig in der Partei spielen will, blieb weiter offen. Fest steht allerdings, dass der frühere Parteichef zumindest im politischen Tagesgeschäft wieder stärker mitwirken will. Schon am 3. September ist ein Wahlkampfauftritt in München geplant. Nach Angaben des bayerischen SPD-Spitzenkandidaten Franz Maget hatte Müntefering ihn selbst angerufen und dieses Angebot unterbreitet.

Voraussichtlich im Oktober will Müntefering dann ein programmatisches Buch mit dem Arbeitstitel "Blick nach vorn" auf den Markt bringen, in dem er laut "Spiegel" die politische Agenda nach der Agenda 2010 beschreiben will. Über weitere Pläne äußerte sich Müntefering öffentlich nicht: "Ich habe gut zu tun", sagte er der "Bild am Sonntag".

Führende SPD-Politiker äußerten die Hoffnung, dass Müntefering in das politische Tagesgeschäft zurückkehrt, kritisierten aber die Spekulationen über ein politisches Comeback, die vor allem in der SPD die Runde machen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte unserer redaktion, er wisse nicht, wann Müntefering wieder die Kraft für den politischen Alltag finde. "Aber natürlich können wir sein Engagement, seine Kreativität und seine Erfahrung in der SPD gut gebrauchen."

Bundesarbeitminister Olaf Scholz wies weiterführende Spekulationen zurück. Es müsse doch wohl möglich sein, dass ein Politiker nach einem schweren Schicksalsschlag seine "normale Arbeit" wieder aufnehme, ohne dass über die tiefere Bedeutung dieser Entscheidung gerätselt werde, sagte der SPD-Politiker. Müntefering sei derjenige, der sich am meisten über diese Spekulationen ärgere. Die SPD sei in diesem Fall wohl "Opfer eines bestimmten Hypes".

Das Treffen von Beck und Müntefering war angesichts der Spekulationen über die politische Zukunft des früheren Parteichefs mit Spannung erwartet worden. Beck war als Hauptredner zu der Feier geladen, mit der die nordrhein-westfälische SPD an Johannes Rau erinnerte. Danach zogen sich Beck und Müntefering zu einem etwa halbstündigen Gespräch zurück.

Müntefering hatte seine Ämter als Vizekanzler und Bundesarbeitsminister im Herbst 2007 abgegeben, um seine krebskranke Frau pflegen zu können. Diese starb Ende Juli. In den vergangenen Tagen war in der SPD wiederholt der Ruf nach einer Rückkehr Münteferings in die Parteiführung laut geworden. Dies stieß bei Beck jedoch auf wenig Begeisterung. Das Verhältnis zwischen beiden gilt seit langem als angespannt.

Steinmeier bekräftigte, dass die SPD die Frage der Kanzlerkandidatur bis zum Jahresende entscheiden wolle. "Sie werden zu dem Thema noch vor Weihnachten etwas erfahren", sagte der Außenminister, der neben Parteichef Kurt Beck als Bewerber gehandelt wird.

Quelle: ap

 
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