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Wirbel um "Spiegel"-Cover
Angela Merkel mit Nazis vor der Akropolis

Spiegel: Angela Merkel mit Nazis vor der Akropolis
So sieht das aktuelle Cover des "Spiegel" aus. FOTO: Cover Spiegel
Berlin. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" löst mit seinem aktuellen Cover heftige Reaktionen aus. Auf einer Fotomontage ist zu sehen, wie Kanzlerin Angela Merkel mit Nazi-Größen vor der Akropolis in Griechenland steht. Die Titelzeile: "The German Übermacht". Von Christian Sieben

Auf der Fotomontage ist Merkel in einem grünen Blazer vor der Akropolis zu sehen. Sie blickt lächelnd nach oben. Die Hände sind zur typischen Raute gefaltet. Um sie herum stehen Nazi-Größen, unter anderem Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch, der damalige Oberbefehlshaber der Wehrmacht. Das Foto zeigt ihn 1941 bei einem Besuch in Athen nach der Eroberung durch Nazi-Deutschland.

In ihrer Hausmitteilung, mit der jede Ausgabe des Nachrichtenmagazins beginnt, relativiert die Redaktion das provokante Cover. "Natürlich ist der Vergleich mit Hitlers 'Drittem Reich' unsinnig, aber ist es berechtigt, Deutschland als egoistischen europäischen Hegemonen zu bezeichnen?", fragt die Redaktion ihre Leser.

In sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter gibt es zahlreiche Reaktionen auf das Titelbild. Ein großer Teil fällt dabei negativ aus.

Auch "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann meldete sich hier zu Wort. Seinem ehemaligen Springer-Kollegen Nikolaus Blome schrieb er: "So ein Titelbild hättest Du mir nicht durchgehen lassen! Du wärst in mein Büro gekommen und hättest mich angeschrien!" Blome konterte umgehend: "Wie andere in Europa Deutschland sehen, ist leider selbst dann wichtig, wenn sie so spinnen wie Varoufakis", lautete die Antwort.

Blome wechselte 2013 zum "Spiegel" und leitet dort nach einigen internen Querelen als Mitglied der Chefredaktion das Berliner Büro. Zuvor war Blome unter anderem als stellvertretender Chefredakteur bei "Bild" tätig.

 
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