Am 23. Mai feiert die Bundesrepublik und damit auch das Grundgesetz 60-Jähriges Bestehen. Schon ein Tag zuvor begannen am Freitag die Feierlichkeiten. Vor dem Konzertsaal am Gendarmenmarkt in Berlin kamen unter anderem Bundespräsident Horst Köhler, seine Frau Eva Luise und Bundestagspräsident Norbert Lammert sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Zuvor nahm die erste Riege der Politik samt Begleitung an einem ökomenischen Gottesdienst anlässlich der Grundgesetzfeierlichkeiten teil.
Horst Köhler und seine Frau kurz vor dem Beginn seiner Rede im Konzertsaal. Der Bundespräsident würdigte das Grundgesetz als Verfassung der Freiheit.
Köhler nannte das Grundgesetz "krisenfest". "Die Väter und Mütter unserer Verfassung nahmen das Gute aus Jahrhunderten deutscher Rechts- und Freiheitsgeschichte und zogen Lehren aus dem Scheitern der Weimarer Republik und den Verbrechen der Nazis", sagte Köhler.
Köhler hob auch die Leistungen der DDR-Bürger hervor. "Freiheit fehlte. Fleiß, Kreativität und Anstrengung blieb." Die Ostdeutschen hätten sich im Herbst 1989 von einer "menschenverachtenden Diktatur" befreit. Doch anschließend seien nicht alle Hoffnungen und Wünsche erfüllt worden, sagte Köhler.
Auch der Linken-Politiker Gregor Gysi kam. Sein Parteigenosse Lothar Bisky lobte Köhler am selben Tag. Köhler sei "zu neuen Ufern aufgebrochen", indem er sich im Unterschied zu seinen Vorgängern für die Lage in Ostdeutschland "wirklich interessiert" habe, sagte Bisky am Freitag im Südwestrundfunk
Zu einem Fototermin vor dem französischen Dom versammeln sich Bundesratspräsident Peter Müller, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier.