kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Libanon: Staatsminister stellt Bundeswehr-Einsatz in Frage

zuletzt aktualisiert: 06.09.2006 - 11:59

Berlin (rpo). In der Bundesregierung wird der Einsatz der Bundeswehr im Libanon offenbar wieder in Frage gestellt. Der Staatsminister im Auswärtigen Amt deutete einen Verzicht auf die Mission an. Bundeskanzlerin Merkel hielt an dem Hilfsangebot an den Libanon fest.

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD), äußerte sich am Mittwoch in der ARD zurückhaltend für den Fall, dass die libanesische Regierung den geplanten Marineeinsatz von Bedingungen abhängig macht. Dabei geht es um den Wunsch der Regierung in Beirut, die deutschen Schiffe nicht innerhalb der Sieben-Meilen-Zone vor der libanesischen Küste operieren zu lassen.

"Wir haben klar unsere Bedingungen formuliert. Wenn die Bedingungen erfüllt sind, sind wir bereit zu helfen. Auf einer anderen Basis können wir es denn eben nicht tun", sagte Erler in der ARD. Experten halten einen Marineeinsatz unter Ausschluss der Küstengewässer für wenig effizient. Ziel der Mission ist es unter anderem, Waffenschmuggel zu unterbinden. 

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich zurückhaltend zu dem geplanten Einsatz deutscher Soldaten. "Ob und wie es dazu kommt, bleibt abzuwarten", sagte die Kanzlerin in einem Interview der "Zeit", das am Mittwoch vorab veröffentlicht wurde.

Erler betonte, es sei Sache der Vereinten Nationen, die Einsatz-Voraussetzungen zu prüfen. Entscheidend sei nicht eine Sechs- oder Sieben-Meilen-Zone, sondern vielmehr, ob die UN der Ansicht seien, auf der Basis des militärischen Konzeptes und der Einsatzregeln sei der Auftrag aus der Resolution 1701 zu erfüllen. Erst wenn die Anforderung der UN vorliege, könne die Bundesregierung diese auch prüfen.

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, sprach sich klar gegen Beschränkung des Libanon-Mandats aus: "Wenn das Mandat irgendwelche Zwölf- oder Sechs-Meilen-Zonen enthält, in die man nicht hineinfahren darf, würde ich dringend davon abraten, sich zu beteiligen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". In diesem Fall wären den internationalen Kräften die Hände gebunden, falls ein Boot innerhalb dieser Zone etwa von Syrien zur libanesischen Küste fahre. Das Mandat laufe dann ins Leere, sagte Gertz.

Auch der außenpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Thomas Silberhorn, zeigte sich skeptisch. Im Südwestrundfunk sagte Silberhorn, es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass nach der jüngsten Erklärung der Beiruter Regierung ein Automatismus entstehe. Die libanesische Regierung müsse außerdem noch deutlich machen, dass sie den Waffenschmuggel ins Land wirklich unterbinden lassen wolle. Mit der Vorgabe, dass die deutsche Marine außerhalb einer Sechs-Meilen-Zone operieren solle, habe Beirut den erforderlichen "politischen Willen" noch nicht hinreichend gezeigt.


 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. mehr 

Syrische Deserteure drohen Assad

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Die westlichen Staaten und die syrischen Rebellen drohen dem Assad-Regime mit einer härteren Gangart. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

Bundespräsident Gauck in Israel

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. Damit brachte er den Zentralrat der Muslime gegen sich auf. Gauck betreibe Geschichtsfälschung. mehr

 

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

 

Letzter DDR-Wirtschaftsminister

Gerhard Pohl tot aufgefunden

 

Minister stellt neues Programm vor

Altmaier grenzt sich von Röttgen ab

 
 

Bundesinnenminister Friedrich im Interview

Deutschland schickt 30 Polizeibeamte zur EM

Top-Services