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NRW: Staatssekretär stoppt Merkel-Frage im Abi

VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 08.05.2009 - 22:02

Düsseldorf (RP). Politischer Wirbel um die Prüfungsfragen zum Zentralabitur in NRW: Wie erst jetzt bekannt wurde, hat der Staatssekretär im Schulministerium, Günter Winands, eine Frage im Grundkurs Sozialwissenschaften gestoppt.

Den Abiturienten sollte ein Redetext von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgelegt werden, anhand dessen sie Fragen zu den Vereinten Nationen und zur Globalisierung hätten beantworten sollen. Winands wollte jedoch eigener Darstellung zufolge den Eindruck verhindern, als wolle die Landesregierung die Prüflinge politisch beeinflussen, die ja auch Erstwähler bei der Bundestagswahl im Herbst sind. Deswegen sei die Merkel-Rede zurückgezogen und durch einen Text des früheren Kanzlers Helmut Schmidt (SPD) ersetzt worden.

Winands habe "in unsäglicher Weise Einfluss auf die Abiturfragen" genommen, wettern die Grünen; sein Rückzug sei jetzt überfällig. Die frühere Schulministerin Ute Schäfer (SPD) wundert sich darüber, dass sich Winands über die Entscheidung der Aufgabenkommission hinweggesetzt habe, die für eine Million Euro Steuergelder eingekauft worden sei, um Pannen beim Zentralabitur zu verhindern. Schäfer will auch wissen, warum das Ministerium nicht umgehend informiert habe.

Dazu meinte ein Sprecher von Schulministerin Barbara Sommer (CDU), man habe die Merkel-Aufgabe für ein späteres Zentralabitur "aufbewahren" wollen, doch nun gehe das nicht mehr. Der Austausch der Frage sei aber im Einvernehmen mit dem Leiter der Expertenkommission, Wilfried Bos (Dortmund), erfolgt.

Die Lehrer-Gewerkschaft GEW betont, die Rede der Kanzlerin hätte verwendet werden sollen. Der Versuch, politisch korrekt zu sein, sei "nach hinten losgegangen". Peter Silbernagel, Sprecher der NRW-Lehrerverbände, hält dagegen: Wenn man so gehandelt hätte, wäre die Regierung auch kritisiert worden. Er habe für den Rückzieher Verständnis.


 
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