kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Berlin: Stasi-Check soll weitergehen

VON GREGOR MAYNTZ - zuletzt aktualisiert: 29.01.2010 - 11:54

Berlin (RP). Die Linke hält es für eine "Phantomdebatte", doch nach Entdeckungen und Vertuschungen in Brandenburg wollen Union, FDP, Grüne und Teile der SPD vom geplanten Schlussstrich unter Stasi-Verstrickungen wieder abrücken.

Die Linke ist empört. Selbst schwere Straftaten verjährten doch nach zehn Jahren. "Soll es nie eine Verjährung für Stasi-Verstrickungen geben?", fragte Luc Jochimsen. Die Ex-Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks, die für die Linke im Bundestag sitzt, meinte es rhetorisch, doch von der FDP kam spontan der Zwischenruf: "Am besten wäre es so!"

Denn nicht nur Union und FDP haben Handlungsbedarf entdeckt. Auch die Grünen sind besorgt über die anhaltenden Stasi-Enthüllungen vor allem im Brandenburger Landtag, wo die SPD erstmals mit der Linken regiert, und wo Regierungschef Matthias Platzeck regelrecht überrollt wurde von einer Welle enttarnter Stasi-Mitarbeiter. Deshalb regten Union und FDP an, die Regelüberprüfung für führende Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst nicht schon 2011 auslaufen zu lassen, sondern mindestens bis 2016 weiter überprüfen zu lassen, ob sie für das damalige Ministerium für Staatssicherheit der DDR gearbeitet haben.

Info

Was war die Stasi?

Stasi (offizielle Abkürzung "MfS") steht für "Ministerium für Staatssicherheit" der DDR. Es horchte mit über 90.000 hauptamtlichen und 174.000 "Informellen Mitarbeitern" (IM) die eigene Bevölkerung und Entscheidungsträger im Ausland aus, war als Geheimpolizei, die Kritiker einsperrte und Morde plante.

Die SPD war sich zunächst unschlüssig. Ihr Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz sah spontan "keinen Anlass" für eine Verlängerung des Stasi-Checks. Dann besann sich die Fraktionsführung eines Besseren. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse sagte, bei Amtsträgern in herausgehobenen Positionen sollten die Bürger sicher sein können, dass diese nicht "früher Macht missbraucht" hätten.

Für die Linke war die gestrige Aktuelle Stunde des Bundestages eine "Phantomdebatte", da das geltende Gesetz ja noch bis 2011 ohnehin die Regelüberprüfung vorsehe. Doch Union, FDP und Grüne wollen schon jetzt auch eine nochmalige freiwillige Überprüfung aller Bundestagsabgeordneten. Für manche Politiker wäre dies zwar schon das wiederholte Mal. Doch machte Unionsvize Arnold Vaatz darauf aufmerksam, dass die Stasi-Unterlagenbehörde ja immer mehr Erkenntnisse aus neu ausgewerteten Akten und zusammengefügten Schnipseln gewinne.

Mit zunehmender Fassungslosigkeit hatte die Opposition im brandenburgischen Landtag die fast täglichen neuen Entlarvungen von Linken-Politikern als Stasi-Mitarbeiter verfolgt. Zuletzt zählte die rot-rote Regierungskoalition mindestens sieben Mitglieder mit Stasi-Verstrickungen. Neben längst bekannten wie der prominenten Spitzenkandidatin Kerstin Kaiser ("IM Kathrin") ergaben sich neue Erkenntnisse etwa über Landtagsvizepräsidentin Gerlinde Stobrawa, die ihr Amt niederlegte, nachdem sie als "IM Marisa" enttarnt worden war.

Der Landtag in Potsdam einigte sich auf eine neuerliche Überprüfung aller Abgeordneten – und berief ein Gremium, das die Frage klären soll, warum es in Brandenburg nie eine funktionierende Stasi-Aufarbeitung gegeben hat. Als erstes Zwischenergebnis verdichteten sich am Wochenende Hinweise darauf, dass in den 90er Jahren eine massive Vertuschungsaktion gelaufen ist. Für Union und FDP im Bund war das Anlass, die Stasi-Kontakte erneut zu hinterfragen. Zumal Rot-Rot in Brandenburg Stasi-Dienstzeiten für die Berechnung von Gratifikationen im öffentlichen Amt künftig mit berücksichtigen will. Insofern kommt auch für die FDP "ein Schlussstrich nicht in Frage".

Quelle: RP

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Romney vor Kandidatur für US-Präsidentenamt

Nach Vorwahl in Texas

Romney vor Kandidatur für US-Präsidentenamt

Mit einem Sieg bei der Vorwahl in Texas hat sich der US-Republikaner Mitt Romney die Nominierung als Präsidentschaftskandidat gesichert. mehr 

Wieder mehr CO2 ausgestoßen

EU-Staaten

Wieder mehr CO2 ausgestoßen

Die wirtschaftliche Erholung und ein außergewöhnlich kalter Winter haben den Kohlendioxid-Ausstoß 2010 wieder in die Höhe getrieben. mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Betreuungsgeld

FDP will keine weiteren Zugeständnisse machen

FDP-Generalsekretär Patrick Döring schließt weitere Ausgaben für die Familienpolitik nach der Einführung des umstrittenen Betreuungsgeldes aus. Seine Partei stehe zur Vereinbarung mit der CSU, 2013 das Betreuungsgeld einzuführen. mehr

 

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

 

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

 

Drohender Verzug bei Bergung der Abfälle

Altmaier besucht Atommülllager Asse

 
 

Kanzlerin informiert sich über Trassen-Ausbau

Die Tücken des deutschen Stromnetzes

Top-Services