kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Erika Steinbach Panorama, ddp 2009-1116
  Foto: ddp, ddp
Kommentare ()

Verzicht auf Stiftungssitz angeboten: Steinbach stellt der Regierung Bedingungen

zuletzt aktualisiert: 05.01.2010 - 15:36

Berlin (RPO). Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach hat ihren Verzicht auf einen Sitz im Rat der Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" in Aussicht gestellt. Aber sie stellt der Bundesregierung für ihr Entgegenkommen Bedingungen. Steinbachs Gegenspieler Guido Westerwelle will den Vorschlag prüfen, die CSU spricht von einer goldenen Brücke.

Steinbachs Angebot könnte der Bundesrgeierung tatsächlich einen Ausweg aus einer verfahrenen Lage öffnen. Damit verbunden sind jedoch Forderungen nach mehr Selbstbestimmung für den Bund der Vertriebenen (BdV). "Wir wollen auf Dauer erreichen, dass unser Verband nicht mehr unter Kuratell der Politik gestellt werden kann", sagte die BdV-Präsidentin am Dienstag. Neben einer Änderung des Stiftungsgesetzes will Steinbach die Zahl der BdV-Sitze im Stiftungsrat erhöhen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) reagierte verhalten auf die Ankündigung.

Seit Monaten versuche der BdV, sein Benennungsrecht durchzusetzen, sagte Steinbach. Dies sei nicht gelungen, daher wolle sich der Verband mit den Vorschlägen nun mehr Unabhängigkeit von der Bundesregierung verschaffen. "Wir können eine Lösung der Vernunft der Bundesregierung anbieten", sagte sie.

Versteckte Drohung

Dazu soll nach dem Willen des BdV die Zweistufigkeit von Benennung und Bestellung der Stiftungsratsmitglieder gestrichen und durch die Einführung eines Entsendeverfahrens ersetzt werden. Damit soll die "politische Bevormundung" künftig ausgeschlossen werden, schrieb Steinbach in einer Erklärung. Bislang muss die Bundesregierung den vom Verband benannten Mitgliedern zustimmen.

Zu den Forderungen zählt auch die Aufstockung der BdV-Sitze in der Stiftung. Bislang dürfe ihr Verband drei Sitze besetzen, das sei "wesentlich zu gering" und müsse deutlich erhöht werden, sagte Steinbach. Auf eine Zahl wolle sie sich derzeit jedoch "auf keinen Fall festlegen".

Eine höhere Zahl an BdV-Mitgliedern im Stiftungsrat solle die "unterschiedlichen deutschen Siedlungs- und Vertreibungsregionen besser als bisher" widerspiegeln. Wenn keine Lösung möglich sei, werde der Verband sein Benennungsrecht durchsetzen, kündigte Steinbach an: "Das heißt, ich werde benannt werden."

Westerwelle will prüfen

Westerwelle reagierte zurückhaltend auf Steinbachs Ankündigung. "Ich werde jeden neuen Vorschlag selbstverständlich auch fair, sachlich und konstruktiv prüfen", sagte er. Es gehe nicht um eine persönliche Auseinandersetzung, "sondern mein Ziel ist es ja, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen nicht beschädigt werden". Was diesem Ziel diene, werde er unterstützen. Bevor er die Vorschläge Steinbachs im Detail studiert habe, wolle er jedoch keine abschließende Bewertung vornehmen.

Westerwelle lehnt einen Einzug Steinbachs in den Rat ab. Er begründet dies unter anderem damit, dass Steinbach 1991 im Bundestag bei einer Abstimmung über die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als polnischer Westgrenze mit Nein gestimmt hatte.

Steinmeier nennt Vorstoß "Täuschungsmanöver"

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hält den angebotenen Rückzug von Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach für ein "Täuschungsmanöver". Steinbach verlange als Gegenleistung für ihren Verzicht auf einen Sitz im Rat der Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" nicht weniger als eine komplette Änderung eines beschlossenen Stiftungsgesetzes, sagte Steinmeier am Dienstag in Berlin. Auf diesem Weg sollten "im Nachhinein die alten Maximalforderungen" des Bundes der Vertriebenen (BdV) doch noch durchgesetzt werden, kritisierte der SPD-Politiker.

CSU lobt Steinbach

Der Parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer der Grünen, Volker Beck, sieht keinen Grund für eine Änderung des Stiftungsgesetzes. "Worin die von Frau Steinbach beschworene Vernunft in ihrem Vorschlag besteht, bleibt ihr Geheimnis", sagte Beck. Eine Diskriminierung des BdV gebe es nicht, alle Stiftungsratsmitglieder würden von ihrer entsendenden Stelle benannt und von der Bundesregierung bestellt. Schon heute habe der BdV die höchste Zahl an Stiftungsratsmitgliedern.

Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) sagte dagegen, er begrüße, dass der BdV zu einer neuen Position gekommen sei. Die Bundesregierung werde sich die Vorschläge nun im Detail ansehen. Die Unions-Seite werde die Forderungen "wohlwollend prüfen und am Ende auch unterstützen". Pofalla betonte, er sehe nun "zum ersten Mal" die Möglichkeit einer Einigung.

Aus der CSU erhielt Steinbach Zustimmung. CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich bezeichnete die Vorschläge als "goldene Brücke", die der FDP gebaut werde. Die Partei solle das Angebot einer Änderung des Stiftungsgesetzes annehmen. Er bedauere, dass Steinbach auf den Sitz im Stiftungsbeirat verzichten wolle, respektiere jedoch ihre Entscheidung.

Quelle: DDP/pst

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Romney vor Kandidatur für US-Präsidentenamt

Nach Vorwahl in Texas

Romney vor Kandidatur für US-Präsidentenamt

Mit einem Sieg bei der Vorwahl in Texas hat sich der US-Republikaner Mitt Romney die Nominierung als Präsidentschaftskandidat gesichert. mehr 

Wieder mehr CO2 ausgestoßen

EU-Staaten

Wieder mehr CO2 ausgestoßen

Die wirtschaftliche Erholung und ein außergewöhnlich kalter Winter haben den Kohlendioxid-Ausstoß 2010 wieder in die Höhe getrieben. mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Betreuungsgeld

FDP will keine weiteren Zugeständnisse machen

FDP-Generalsekretär Patrick Döring schließt weitere Ausgaben für die Familienpolitik nach der Einführung des umstrittenen Betreuungsgeldes aus. Seine Partei stehe zur Vereinbarung mit der CSU, 2013 das Betreuungsgeld einzuführen. mehr

 

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

 

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

 

Drohender Verzug bei Bergung der Abfälle

Altmaier besucht Atommülllager Asse

 
 

Kanzlerin informiert sich über Trassen-Ausbau

Die Tücken des deutschen Stromnetzes

Top-Services