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Umzug aus Bonn
Steinbrück will Regierung nach Berlin holen
Das ist Peer Steinbrück
Das ist Peer Steinbrück FOTO: ddp
Berlin. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück plädiert für eine schrittweise Auflösung des doppelten Regierungssitzes in Berlin und Bonn. "Die Zeiten von doppelten Standorten der Ministerien werden irgendwann zu Ende gehen", sagte er.

Die Ministerien, die heute noch Standorte in Bonn haben, sollten dort schrittweise in oberste Bundesbehörden umgewandelt werden. "Bonn bleibt Bundesstadt und UN-Standort, aber der Platz der politischen Entscheider ist Berlin", sagte er dem "Tagesspiegel am Sonntag".

Steinbrück wohnt selbst in Bonn. Von 2002 bis 2005 war er nordrhein-westfälischer Ministerpräsident.

Hohe Kosten

Gemäß dem Berlin/Bonn-Gesetz arbeiten die meisten Bundesministerien in Berlin. Am Rhein haben noch sechs Ressorts ihren ersten Dienstsitz, darunter das Verteidigungs-, Umwelt und Gesundheitsministerium. Jährlich werden Millionen Euro ausgegeben, weil Beamte pendeln müssen. Ein Komplettumzug würde aber Milliarden kosten, warnen Kritiker.

Steinbrück als Sparkassenchef

Unterdessen wurde bekannt, dass SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück  vor fast 15 Jahren selbst einmal Sparkassenchef werden wollte. Nach Recherchen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" bewarb sich Steinbrück im August 1998 informell darum, die Nachfolge des Präsidenten des schleswig-holsteinischen Sparkassen- und Giroverbandes anzutreten.

Steinbrück hatte vorige Woche das aktuelle Kanzlergehalt mit dem von Sparkassendirektoren in Nordrhein-Westfalen verglichen und für zu niedrig befunden.

Der Posten im Norden war der Zeitung zufolge damals mit 400.000 Mark dotiert, mehr als die Ministerpräsidentin Heide Simonis verdiente. Jedoch sei seine Kandidatur von seiner eigenen Partei hintertrieben worden. Simonis unterstützte den Flensburger Oberbürgermeister und SPD-Mann Olaf Cord Dielewicz, der von der Verbandsversammlung mit Zweidrittelmehrheit gewählt wurde.

Steinbrück war zu der Zeit Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, hatte sich aber mit der Ministerpräsidentin entzweit, wie das Blatt berichtete. Anlass dafür war seine Bemerkung, das Land könne sich "Klein-Klein auf Pepita-Niveau" nicht leisten. Simonis bezog dies auf sich und ihre kleinkarierten Kostüme und drohte Steinbrück öffentlich mit Entlassung.

Quelle: APD
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