Unzufriedenheit und Zukunftsangst: Stimmung im Osten schlecht wie nie
zuletzt aktualisiert: 16.01.2007 - 15:57Berlin (RPO). Die Stimmung der Menschen in den neuen Bundesländern ist auf einem neuen Tiefpunkt angelangt. Einer neuen Studie zufolge sind nur 39 Prozent der Bürger im Osten mit ihrer Situation zufrieden. 15 Prozent der Menschen wünschen sich sogar die alte DDR zurück.
Einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Studie des Sozialverbandes Volkssolidarität zufolge waren 2006 nur 39 Prozent der Bürger in den neuen Bundesländern mit ihrer Situation zufrieden. 2005 waren es noch 46 Prozent. Grund für die geringere Zufriedenheit sind in erster Linie die andauernden Reformdebatten. Niedrigere Werte als 2006 wurden nur 1991 (36 Prozent) und 1990 (33 Prozent) gemessen.
Der Präsident des Sozialverbandes, Gunnar Winkler, sagte, die Zufriedenheit der Ostdeutschen habe einen neuen Tiefstand erreicht. Besonders stark gesunken sei die Zufriedenheit der Menschen ab 50 Jahren - von 65 auf 49 Prozent. Befördert werde diese Entwicklung durch den Umbau des Sozialstaates. Dieser werde nicht als notwendig empfunden, "sondern als Angriff auf Lebensstandard und damit auf die Lebensqualität".
Daher haderten die Ostdeutschen insbesondere mit ihren Zukunftsaussichten, sagte Winkler. Nur noch 20 Prozent der Menschen hätten sich darüber zufrieden geäußert, 38 Prozent hingegen seien unzufrieden und 40 Prozent hätten gemischte Erwartungen. Damit habe sich dieser Wert seit der Jahrtausendwende halbiert. Im Jahr 2000 hatten noch 42 Prozent der Menschen optimistisch in die Zukunft geschaut.
Vertrauen in die Polizei
Zudem habe sich die Bewertung der eigenen wirtschaftlichen Situation verschlechtert, erklärte Winkler. Nur 25 Prozent seien 2006 mit ihrer Situation zufrieden gewesen. Ein Jahr zuvor seien es noch 35 Prozent gewesen. Dass sich ihre Lage verbessere, erwarteten der Studie zufolge die wenigsten. Im Gegenteil: 52 Prozent der Befragten geht sogar von Verschlechterungen aus, 16 Prozent erwartet keine Veränderungen und nur zehn Prozent erwartet Verbesserungen.
Das Vertrauen in die politischen Institutionen habe sich auf einem geringen Niveau stabilisiert, sagte Winkler. Nur fünf Prozent der Befragten gab der Studie zufolge an, Vertrauen in den Bundestag zu haben (2005: sechs Prozent). 62 Prozent hingegen hatten wenig oder kein Vertrauen (2005: 64 Prozent). Am meisten vertrauten die Ostdeutschen der Polizei (41 Prozent), gefolgt von Stadt- oder Gemeindeverwaltungen (25 Prozent) und den Gerichten (24 Prozent).
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