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Köhlers Nachfolge: Stoiber, Käßmann von der Leyen im Gespräch

VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 01.06.2010 - 06:20

Berlin (RP). Mit der Frage, wer Horst Köhler als Bundespräsident nachfolgen wird, wollte sich am Montag bei den Partei- und Fraktionsspitzen niemand öffentlich beschäftigen. Hinter verschlossenen Türen war dies aber das Hauptthema.

Als ein geeigneter Kandidat gilt Bundestagspräsident Norbert Lammert. Der CDU-Mann aus Nordrhein-Westfalen ist ein Intellektueller, der eingängig und mitunter witzig formuliert. Schon als Bundestagspräsident hat er Schwarz-Gelb gelegentlich zur Ordnung gerufen.

Ferner gibt es in der CDU einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" zufolge Kräfte, die für eine Kandidatur von Ursula von der Leyen werben. Die siebenfache Mutter sei bereits 2004 in Kanzlerin Merkels engster Auswahl gewesen. Jetzt dürften ihr sogar Stimmen aus dem Oppositionslager zufallen, schreibt das Blatt über die Hoffnungen in der Unions-Führung.

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Als einen weiteren Kandidaten aus dem schwarz-gelben Lager bringt der Parteienforscher und Politologe Jürgen Falter den niedersächsischen CDU-Regierungschef Christian Wulff ins Spiel. Er gehöre zu den "Persönlichkeiten, die das Amt würdig ausfüllen könnten", sagte Falter der "Nordwest-Zeitung". Öffentlich genannt wurde auch die Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main, Petra Roth (CDU).

Die CSU hat ihren ehemaligen Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber ins Spiel gebracht. CSU-Vorstandsmitglied Paul Linsmaier sagte, Stoiber wäre "hervorragend geeignet, ganz Deutschland zu repräsentieren".

Die SPD will nach dem Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler zunächst keinen Kandidaten für die Nachfolge vorschlagen. Es helfe niemandem, wenn jetzt einfach Namen in die Welt gesetzt würden, sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles am Abend im ZDF. Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier betonte, er erwarte Vorschläge aus dem schwarz-gelben Lager, das in der Bundesversammlung die Mehrheit habe.

Der Landesvorsitzende der SPD in Niedersachsen hat dennoch eine eigene Kandidatin im Auge. Er schlug die frühere hannoversche Bischöfin Margot Käßmann vor. Als weiterer Kandidat für die SPD wurde auch Ex-Finanzminister Peer Steinbrück genannt. Die Wissenschaftlerin Gesine Schwan, die zweimal für die SPD als Präsidenten-Kandidatin angetreten war, wird darum wohl nicht noch einmal gebeten werden.

Der Sprecher des Seeheimer Kreises in der SPD, Garrelt Duin, will den ehemaligen Bundesfinanzminister und früheren NRW-Ministerpräsidenten Peer Steinbrück ins Rennen schicken. "Peer Steinbrück hat Format. Er ist international erfahren, hat den Mut, Impulse zu geben, und wird parteiübergreifend anerkannt", sagte Duin unserer Redaktion. Steinbrück verbinde sprachliche Kraft und Klarheit mit klugem Humor.

Als mögliche Kandidaten der Regierungskoalition gelten auch NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und der frühere Präsident des Verfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier.

Quelle: mit AFP

 
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