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"Bin freier Mann geblieben": Stolpe weist Stasi-Vorwürfe zurück

zuletzt aktualisiert: 13.12.2003 - 20:18

Berlin (rpo). Manfred Stolpe hat erneute Presseberichte über eine angebliche Stasi-Mitarbeit dementiert. Der Bundesverkehrsminister widersprach Presseberichten: Sie enthielten nichts Neues, sagte Stolpe im RBB- Fernsehen.

Dokumente der Birthler-Behörde erhärteten den Verdacht, dass er in den 60er Jahren als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) der DDR-Staatssicherheit geworben wurde, berichten das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" und der Fernsehsender 3sat. Sie berufen sich auf ein 1200 Seiten starkes Dossier der Stasi-Unterlagen-Behörde.

Stolpe wies die Anschuldigungen am Samstagabend im ARD-Fernsehen zurück. Während seiner Tätigkeit für den Bund Evangelischer Kirchen der DDR habe er zu vielen staatlichen Stellen Kontakt gehalten, darunter auch zur Staatssicherheit. Dabei sei er jedoch "ein freier Mann geblieben". "Ich habe mich zu nichts verpflichtet. Ich habe niemals Geld bekommen."    Der "Spiegel" schreibt, in einem "Rapport" aus dem Jahre 1970 werde von der erfolgreichen Verpflichtung des "Sekretärs des Bundes der Evangelischen Kirche der DDR" als "IM Sekretär" berichtet. Dieses Amt bekleidete Stolpe damals.

Der Direktor der Birthler-Behörde, Hans Altendorf, bestätigte der dpa, dass am Donnerstag auf Grund von Forschungs- und Medienanträgen umfangreiches Aktenmaterial herausgegeben wurde. Es enthalte auf mehr als 1200 Seiten den aktuellen Stand zum Komplex Stolpe und "IM Sekretär". Zu Einzelheiten über den Inhalt der Unterlagen wollte er sich nicht äußern.

Für den CDU-Bundestagsabgeordneten Günter Nooke belegen die Papiere hingegen, dass Stolpe ein wichtiger IM der Stasi war, der für seine Dienste Zuwendungen erhielt. Sowohl Nooke als auch die heutige Chefin der Stasi-Unterlagen-Behörde, Marianne Birthler, hatten bereits in den frühen 90er Jahren Stolpe wegen seiner Stasi-Kontakte scharf angegriffen.

Stolpe führte damals als brandenburgischer Ministerpräsident die so genannte Ampelkoalition, in der Birthler für Bündnis 90 Bildungsministerin war. Sie trat schließlich aus Protest gegen Stolpes Vergangenheit zurück.


 
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