Im Gesundheitssystem soll kräftig gespart werden: Struck: "Der Speck im System muss weg"
zuletzt aktualisiert: 21.05.2006 - 09:34Hamburg (rpo). Erst am Samstag hatte der SPD-Fraktionschef Peter Struck geäußert, das Arbeitslosengeld II dürfe nur noch an wirklich Bedürftige gezahlt werden. Nun fordert er kräftige Einsparungen im Gesundheitssystem nach dem Motto "Der Spreck muss weg!".
Die geplante Gesundheitsreform der Bundesregierung wird nach den Worten von Struck kräftige Einsparungen bei Ärzten, Apothekern und den Arzneimittelherstellern bringen. "Die Koalition muss in dieser Frage Mut vor Fürstenthronen beweisen", sagte Struck der Zeitung "Bild am Sonntag": "Ich rechne mit einem Proteststurm von Ärzten, Apothekern und Pharmaindustrie, weil wir gewachsene Besitzstände und Pfründe angreifen werden."
Struck forderte den Koalitionspartner CDU/CSU auf, bei den bevorstehenden Kürzungen mitzuziehen: Weil es in kaum einem Bereich so viele Lobbyisten gebe, "müssen SPD und Union sich unterhaken, standhaft sein und ihre Beschlüsse durchsetzen". Besonders wandte sich Struck gegen die zuletzt drastisch gestiegenen Kosten für Arzneimittel. Sie seien im ersten Quartal um 500 Millionen Euro stärker angewachsen als geplant. "Dagegen muss die Koalition wirksame Beschlüsse fassen", verlangte der SPD-Fraktionschef: "Die Kosten für Arzneimittel müssen runter."
Einen "Gesundheits-Soli" oder eine "Gesundheits-Prämie", wie sie von Unions-Fraktionschef Volker Kauder ins Spiel gebracht worden war, lehnt Struck noch ab. "Wir wollen erst über Einsparungen reden, bevor wir über Handlungsbedarf bei den Einnahmen reden", stellte der SPD-Fraktionschef klar: "Erst einmal muss der Speck im System konsequent abgebaut werden." Langfristig werde der Krankenbeitrag trotz aller Sparanstrengungen jedoch ansteigen, sagte Struck voraus.
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