| 18.55 Uhr
Friedrich-Ebert-Stiftung
Struck und Müntefering streiten um Vorsitz
Müntefering: seine besten Sprüche
Müntefering: seine besten Sprüche FOTO: AP
Düsseldorf (RP). Sie gehören zu den prominentesten Sozialdemokraten der vergangenen Jahre. Jetzt streiten die beiden aus Führungsämtern ausscheidenden SPD-Politiker Franz Müntefering und Peter Struck um den letzten einflussreichen Spitzenposten, den Vorsitz der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Von Michael Bröcker

Nur zwei Wochen vor dem SPD-Bundesparteitag streitet die deutsche Sozialdemokratie wieder über ein Spitzenamt. An der Spitze der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung bahnt sich ein Zweikampf zwischen dem scheidenden SPD-Chef Franz Müntefering und dem früheren Fraktionsvorsitzenden Peter Struck an. Nach Informationen unserer Redaktion aus SPD-Kreisen strebt Müntefering nach dem Vorsitz der Stiftung und hat bereits mit Mitgliedern der Mitgliederversammlung über seine Kandidatur gesprochen.

Geschäftsführer der Stiftung soll dann der bisherige Bundesgeschäftsführer und Wahlkampfleiter der SPD, der Müntefering-Vertraute Kajo Wasserhövel, werden. Leidtragender wäre der frühere SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck, der schon länger Interesse an dem prestigeträchtigen Posten signalisiert hat und stellvertretender Vorsitzender der Stiftung ist. Noch bis Ende 2010 ist allerdings die frühere Bundesministerin Anke Fuchs (72) als Vorsitzende gewählt. Die Mitgliederversammlung des Vereins der Friedrich-Ebert-Stiftung entscheidet autonom über den Vorsitz. Eine vorzeitige Ablösung von Fuchs wäre nur bei einem Rücktritt der SPD-Politikerin möglich.

Im Umfeld des früheren SPD-Fraktionschef Peter Struck werden die Pläne des 69-jährigen Noch-Parteivorsitzenden Müntefering mit Unverständnis aufgenommen. „Der Peter ist ziemlich verärgert”, heißt es. Einige führende SPD-Mitglieder fürchten, dass Müntefering seinen autoritären Führungsstil nun in der Stiftung fortsetzen werde.

Müntefering meint es ernst

Doch meint es Müntefering offenbar ernst. Die bisherige Abteilungsleiterin im Willy-Brandt-Haus, Svenja Hinrichs, ebenfalls eine Müntefering-Vertraute, soll ehemalige Weggefährten im Arbeitsministerium bereits von der Aussicht auf einen Job in der Stiftung erzählt haben. Der Sprecher Münteferings war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

An der Spitze der Friedrich-Ebert-Stiftung, die in über 100 Ländern aktiv ist und über einen Etat von 120 Millionen Euro verfügt, ahnt noch keiner etwas von dem Zweikampf der prominenten Sozialdemokraten. Ein einflussreiches Mitglied der Mitgliederversammlung betonte im Gespräch mit unserer Redaktion allerdings: "Wenn es Müntefering werden will, dann wird er es auch."

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