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OECD-Bildungsstudie vorgestellt: Studierte verdienen immer besser

zuletzt aktualisiert: 07.09.2010 - 12:08

Berlin (RPO). Der Einkommensvorsprung von Hochschulabsolventen wird in Deutschland immer größer. Hochqualifizierte verdienten im Jahr 2008 im Schnitt 67 Prozent mehr als Erwerbstätige, die nur über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen, wie aus der am Dienstag in Berlin vorgelegten OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" hervorgeht.

Im Jahr 2007 lag dieser Einkommensvorsprung demnach bei 62 Prozent. Seit 1998 habe sich der Vorsprung sogar mehr als verdoppelt. Trotz der höheren Einkommenschancen kommt auf Deutschland ein Mangel an studierten Fachkräften zu. Nach der Studie  der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist die Zahl von Studienabsolventen in Deutschland die geringste im internationalen Vergleich. Es müsse mehr getan werden, "um dem sich abzeichnenden Fachkräftemandel entgegenzuwirken", teilte die Organisation mit.

Es sei vor allem wichtig "Studienberechtigten aus einkommensschwachen oder bildungsfernen Familien", ein Studium zu ermöglichen, sagte Heino von Meyer von der OECD in Berlin. Deutschland sei "das Land mit geringsten Studienneigung" in der OECD.

Auch die Bildungsausgaben sind in Deutschland im internationalen Vergleich weiter niedrig. Die gesamten öffentlichen und privaten Ausgaben für Bildungseinrichtungen lagen laut OECD in Deutschland im Jahr 2007 bei 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Unter den OECD-Ländern, für die entsprechende Zahlen vorlagen, gaben nur die Slowakei, Tschechien und Italien einen geringeren Anteil der Wirtschaftsleistung für Bildung aus. Bei den Spitzenreitern USA, Korea und Dänemark lag der Anteil bei mehr als sieben Prozent des BIP.

Gute Noten für die berufliche Ausbildung

Während in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Arbeitnehmer mit Hochschulabschluss nur um 0,9 Prozent zunahm, seien es im OECD-Durchschnitt 4,6 Prozent gewesen. Gute Noten verteilt die Studie für die berufliche Ausbildung, die dual in Betrieben und Berufsschulen stattfindet. Jedoch sollten "den Leistungen in der Berufsschule eine größere Aufmerksamkeit geschenkt werden", erklärte die OECD.

"Manche Schülerinnen und Schüler verfügen nach Abschluss der Pflichtschulzeit nur über unzureichende allgemeine Basiskompetenzen", beklagt die Studie. Die OECD-Bildungsstudie wird jährlich in allen 30 OECD-Mitgliedsstaaten erhoben und berücksichtigt vor allem die Rahmenbedingungen des Bildungssystems.

Das deutsche Berufsbildungssystem wird von der OECD insgesamt positiv bewertet. Die berufliche Bildung leiste einen wesentlichen Beitrag zur Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt und sei ein "entscheidender Faktor für die im internationalen Vergleich geringe Jugendarbeitslosigkeit", erklärte OECD-Expertin Kathrin Höckel.

Quelle: AFP/apd/nbe

 
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