kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Autonome Dresden 2011/02/15 Panorama
  Foto: AFP, AFP
Kommentare ()

Dresden: Tausende Demonstranten verhindern Neonazi-Aufmarsch

zuletzt aktualisiert: 20.02.2011 - 09:29

Dresden (RPO). In Dresden haben am Samstag mehrere Tausend Demonstranten drei geplante Neonazi-Veranstaltungen verhindert. Dabei kam es am Rande der zahlreichen Mahnwachen und Blockaden zu teils heftigen Krawallen zwischen den Beamten und hauptsächlich linken Protestlern.

Nach Polizeiangaben wurden mehr als 50 Beamte verletzt und rund 50 Randalierer in Gewahrsam genommen.

Auch wenn sich die Veranstalter der Gegendemonstrationen freuten, dass sie die geplanten rechten Veranstaltungen verhindert konnten, sei der Preis hoch gewesen, sagte der Polizeisprecher. Die Auseinandersetzungen hätten eine deutlich andere Qualität als am vergangenen Wochenende. Am 66. Jahrestag der alliierten Bombenangriffe auf Dresden im Jahre 1945 hatten rund 17.000 Demonstranten friedlich gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten protestiert.

Straßenschlacht zwischen Linken und Polizei

Bei den zum Teil schweren Auseinandersetzungen wurden die Polizisten mit Pflastersteinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern attackiert. Umstehende Autos wurden demoliert. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein. Beobachter sprachen von einer Straßenschlacht. Im gesamten Tagesverlauf zündeten Randalierer an mehreren Stellen Mülltonnen an und errichteten Barrikaden.

Die Polizei versuchte mit einem massiven Aufgebot beide politischen Lager auseinanderzuhalten. Rund 4.500 Beamte aus mehreren Bundesländern waren im Einsatz. Immer wieder wurden Polizeiblockaden durchbrochen.

Durch die Blockaden waren die meisten Rechtsextremisten am Hauptbahnhof eingekesselt. Augenzeugenberichten zufolge befanden sich etwa 2.000 Rechtsextremisten in der Stadt, deutlich weniger als erwartet. Die Polizei sprach von noch weniger Teilnehmern. Ein Teil von ihnen blieb in einem südlichen Stadtteil. Dort kam es erneut zu Scharmützeln zwischen Rechten, Gegendemonstranten und der Polizei.

Am späten Nachmittag sagten die Neonazis dann eine der drei geplanten Veranstaltungen ab. Etwa 500 Neonazis fuhren daraufhin nach Leipzig. Die dortigen Behörden lehnte eine Spontandemonstration ab. Die Polizei verhinderte ein Aufeinandertreffen der Rechten mit rund etwa 700 linken Gegendemonstranten. Die Neonazis reisten am Abend in ihre Heimatorte weiter. Die Lage sei friedlich geblieben, sagte ein Polizeisprecher. In der Stadt kam es am Anschluss zu einigen kleineren Auseinandersetzungen zwischen Linken und Rechten.

Aufruf zu Gewaltfreiheit

Am Morgen hatten Bundes- und Landespolitiker zu friedlichen Protesten gegen die Neonazi-Veranstaltungen in der Stadt aufgerufen. "Es muss absolut friedlich ausgehen", sagte Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) der Nachrichtenagentur dapd. Er sei gekommen, weil der Protest nicht allein Sache der Dresdnern sei, sondern aller Demokraten. Zugleich kritisierte Thierse die Entscheidungen der Stadtverwaltung, drei Neonazi-Demonstrationen an einem Tag zu genehmigen.

Neben Thierse beteiligten sich auch der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU), der Innenminister von Sachsen-Anhalt, Holger Hövelmann (SPD), Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (SPD) sowie die beiden Bundestags-Vizepräsidentinnen Katrin Göring-Eckardt (Grüne) und Petra Pau (Linke) an dem Protest gegen die Neonazis. Die Politiker besuchten nach einer kurzen Auftaktkundgebung einige der etwa 40 Mahnwachen in der Stadt. Nahe des Hauptbahnhofs trat am Mittag der Liedermacher Konstantin Wecker auf.

Linke-Parteichef Klaus Ernst sprach sich unterdessen für ein grundsätzliches Verbot von Neonazi-Aufmärschen aus. Es sei "ein unerträglicher Zustand, dass Rechtsstaatsfeinde den Rechtsstaat nutzen, um gegen Demokraten vorzugehen", sagte Ernst der Nachrichtenagentur dapd. Darüber hinaus forderte er ebenso wie Hövelmann ein neues NPD-Verbotsverfahren.

Quelle: apd/sdr

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Romney vor Kandidatur für US-Präsidentenamt

Nach Vorwahl in Texas

Romney vor Kandidatur für US-Präsidentenamt

Mit einem Sieg bei der Vorwahl in Texas hat sich der US-Republikaner Mitt Romney die Nominierung als Präsidentschaftskandidat gesichert. mehr 

Wieder mehr CO2 ausgestoßen

EU-Staaten

Wieder mehr CO2 ausgestoßen

Die wirtschaftliche Erholung und ein außergewöhnlich kalter Winter haben den Kohlendioxid-Ausstoß 2010 wieder in die Höhe getrieben. mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Betreuungsgeld

FDP will keine weiteren Zugeständnisse machen

FDP-Generalsekretär Patrick Döring schließt weitere Ausgaben für die Familienpolitik nach der Einführung des umstrittenen Betreuungsgeldes aus. Seine Partei stehe zur Vereinbarung mit der CSU, 2013 das Betreuungsgeld einzuführen. mehr

 

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

 

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

 

Drohender Verzug bei Bergung der Abfälle

Altmaier besucht Atommülllager Asse

 
 

Kanzlerin informiert sich über Trassen-Ausbau

Die Tücken des deutschen Stromnetzes

Top-Services