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Zeitungsbericht
Tausende minderjährige Flüchtlinge verschwunden

Tausende minderjährige Flüchtlinge verschwunden
Der Aufenthalt von Tausenden unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ist ungewiss FOTO: dpa
Berlin. Im vergangenen Jahr sind in Deutschland einem Zeitungsbericht zufolge 5835 minderjährige Flüchtlinge verschwunden. Die meisten kamen überwiegend aus Afghanistan, Syrien und Afrika. 

Von insgesamt 8006 als vermisst gemeldeten minderjährigen Flüchtlingen seien bisher 2171 wieder aufgetaucht, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben) unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Parlamentsanfrage. Unter den noch immer verschwundenen minderjährigen Flüchtlingen seien 555 Kinder. Gründe für das Verschwinden konnte das Bundesinnenministerium dem Bericht zufolge nicht nennen.

Grüne: Regierung soll aktiv werden

In diesem Zusammenhang kritisiert die Grünen-Politikerin Luise Amtsberg die Bundesregierung. "Dass 5835 unbegleitete Jugendliche und Kinder, die im vergangenen Jahr verschwunden sind, die Bundesregierung nicht in Alarmbereitschaft versetzen, ist traurig", sagte Amtsberg den Zeitungen. Die Regierung solle jetzt aktiv werden, forderte die flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag.

Es bereite ihr Sorgen, dass die Bundesregierung "die Gefahren durch Zwangsprostitution und Ausbeutung nicht ernsthaft in Betracht zieht", sagte Amtsberg. Ende März hatten mehrere Europa-Abgeordnete in einem Brief darauf hingewiesen, dass verschollene minderjährige Flüchtlinge womöglich Opfer von paneuropäischen Banden würden, die sie für Sexarbeit, Sklaverei oder Organhandel missbrauchten.

(crwo/AFP)
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