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Ermittlungen gegen El Kaida: Terror-Verdächtiger in Marburg festgenommen

zuletzt aktualisiert: 22.05.2005 - 14:44

Karlsruhe (rpo). Im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen die Terrororganisation El Kaida hat die deutsche Polizei einen 28 Jahre alten Palästinenser in Marburg festgenommen. Die Festnahme erfolgte im Auftrag des Generalbundesanwalts Kay Nehm am Samstag durch Beamte des Polizeipräsidiums Mainz und des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz, teilte die Bundesanwaltschaft am Sonntag mit.

Der festgenommene Ismail Abu S. werde dringend verdächtigt, gemeinschaftlich mit zwei Mitbeschuldigten am betrügerischen Abschluss von Lebensversicherungen beteiligt gewesen zu sein, hieß es. Die Mitbeschuldigten Ibrahim Mohamed K. und Yasser Abu S. befinden sich seit dem 24. Januar 2005 in Untersuchungshaft, nachdem sie in Mainz festgenommen worden waren. Ismail Abu S. ist der Bruder von Yasser Abu S..

Die Höhe der Versicherungsverträge bezifferte die Bundesanwaltschaft auf rund 930 000 Euro. Ob und inwieweit Ismail Abu S. darüber informiert war oder es zumindest für möglich hielt, dass ein Teil der Gelder, die durch diese Straftaten erlangt werden sollten, der ausländischen terroristischen Vereinigung Al Kaida zufließen sollten, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen, wie es weiter hieß.

Die Bundesanwaltschaft verdächtigt Ibrahim Mohamed K., Mitglied der El Kaida zu sein. Vor dem 11. September 2001 hielt er sich den Ermittlern zufolge mehrfach in Ausbildungslagern dieser Organisation in Afghanistan auf; nach den Terroranschlägen war er über ein Jahr in Afghanistan und beteiligte sich dort an den Kämpfen gegen die US-Militärkräfte. In dieser Zeit habe er Kontakt zu ranghohen Führungskadern der El Kaida gehabt.

Diese sollen ihn überzeugt haben, nicht den ursprünglich erstrebten Märtyrertod als Selbstmordattentäter zu suchen, sondern vielmehr seinerseits Selbstmordattentäter in Europa zu rekrutieren. Im September 2004 habe er Yasser Abu S. für ein Selbstmordattentat im Irak gewonnen. Vor den Anschlägen sollen die Beschuldigten geplant haben, finanzielle Mittel zu beschaffen. Hierzu hätten sie mehrere Versicherungsverträge abgeschlossen. Es sei beabsichtigt gewesen, vor dem Selbstmordattentat einen tödlichen Verkehrsunfall des Yasser Abu S. in Ägypten vorzutäuschen. Der überwiegende Teil der Versicherungssumme sollte für die Zwecke des Heiligen Krieges Verwendung finden.

 

Quelle: ap

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