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Bombenanschläge auf Flughäfen geplant: Terrorverdächtige in Deutschland festgenommen

zuletzt aktualisiert: 05.09.2007 - 10:10

Baden-Baden (RPO). In Deutschland sind terroristische Anschläge verhindert worden. Drei Männer sind am Dienstag unter dringendem Terrorverdacht festgenommen worden. Noch ist jedoch unklar, wie weit die Anschlagspläne auf mehrere deutsche Flughäfen bereits fortgeschritten waren.  

Wie die Bundesanwaltschaft am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte, ließ sie am Dienstagnachmittag "drei mutmaßliche Mitglieder einer islamistisch motivierten terroristischen Vereinigung" festnehmen. Anschließend hätten in mehreren Bundesländern Durchsuchungen stattgefunden. Die Beschuldigten sollten im Laufe des Tages dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt werden. Der Südwestrundfunk berichtete unter Berufung auf Berliner Sicherheitskreise, die Männer hätten Anschläge auf den Frankfurter Flughafen und den US-Militärflughafen in Ramstein geplant.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung hatte die Festnahme am frühen Mittwochmorgen als erster bestätigt. Die Sicherheitsbehörden seien sehr aktiv gewesen und hätten gut gearbeitet, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. "Das zeigt auch, wie unmittelbar diese Bedrohungslage besteht."

Bei den Durchsuchungen ist laut Südwestrundfunk auch Sprengstoff gefunden worden. Nach AFP-Informationen stammte einer der Männer aus Neu-Ulm, der andere aus Neunkirchen. Die beiden Deutschen seien zum Islam übergetreten. Einer soll bereizs seit längerer Zeit in islamistischen Kreisen aktiv gewesen sein. Der dritte Festgenommene war demnach ein Deutsch-Türke. Alle drei hätten Verbindungen nach Pakistan. Sie hätten mit Chemikalien experimentiert und versucht, Autobomben zu bauen. Die Ermittlungen liefen seit Anfang des Jahres. 

Die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" (HNA) berichtete, die Festgenommenen hätten Bomben für den Anschlag in einer Wohnung in Medebach-Oberschledorn zusammengebaut. Kurz nach Mittag habe die Polizei zwei Straßen in dem kleinen Ort abgeriegelt, zitierte die Zeitung einen Einwohner des Ortes. Dann habe die Sondereinheit GSG 9 der Bundespolizei das Haus gestürmt, in dem sich noch einer der Tatverdächtigen aufgehalten haben soll.

Nach Einschätzung von Fahndern wollten sie vermutlich in den kommenden Tagen oder Wochen mit dem Bombenbau beginnen, schrieb "Spiegel Online". Einen zündfähigen Sprengkörper habe es nach Aussage mehrere Ermittler aber noch nicht gegeben. Auch die Anschlagsziele hätten noch nicht festgestanden.

Wie die AP aus Sicherheitskreisen erfuhr, fanden die Festnahmen allesamt in einem Ferienhaus im Grenzbereich zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen statt. Der Hessische Rundfunk berichtete, Augenzeugen zufolge seien bei der Festnahme im nordrhein-westfälischen Medebach-Oberschledorn auch Schüsse gefallen. An dem Zugriff waren demnach rund 20 Polizisten beteiligt.

Die Bundesanwaltschaft kündigte eine Pressekonferenz in Karlsruhe an, auf der Generalbundesanwältin Monika Harms und der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, über die Festnahmen berichten wollen. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat ebenfalls eine Pressekonferenz in Berlin angesetzt.

Schon gestern waren drei Terrorverdächtige in Dänemark festgenommen worden. Bei ihnen handelte es sich angeblich um "militante Islamisten" mit Verbindungen zur al-Qaida. Laut dänischem Geheimdienst stammten die Verdächtigen aus Afghanistan, Pakistan, Somalia und der Türkei. Die Männer seien seit geraumer Zeit beobachtet und bei einer Razzia in der Nacht gefasst  worden. Inzwischen liege genug Beweismaterial für eine Anklage vor, so der Geheimdienst.

Quelle: afp2

 
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