kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Elf Stimmen für NPD-Bewerber: Tillich neuer Ministerpräsident in Sachsen

zuletzt aktualisiert: 28.05.2008 - 13:38

Dresden (RPO). Bei der Wahl von Stanislaw Tillich zum neuen sächsischen Ministerpräsidenten kam es zu zwei bemerkenswerten Begebenheiten: Ein Mitglieder der Unionsfraktion verweigerte dem neuen Regierungschef die Gefolgschaft und der Kandidat der NDP, Johannes Müller, bekam elf Stimmen, das sind drei mehr als seine Partei Abgeordnete hat.

Ein Gläschen Sekt auf den Sieg: Stanislaw Tillich ist neuer sächsischer Ministerpräsident. Rechts freut sich Amtsvorgänger Georg Milbradt.  Foto: ddp, ddp
Ein Gläschen Sekt auf den Sieg: Stanislaw Tillich ist neuer sächsischer Ministerpräsident. Rechts freut sich Amtsvorgänger Georg Milbradt. Foto: ddp, ddp

Der Landtag wählte den 49-jährigen Sorben am Mittwoch im ersten Wahlgang als Nachfolger von Georg Milbradt (CDU). Allerdings versagte ihm mindestens ein Abgeordneter des Regierungslagers die Zustimmung. Tillich kündigte für den 18. Juni seine erste Regierungserklärung an.

Am selben Tag will er auch das neue Kabinett berufen, das seit Milbradts Rücktritt am Dienstag nur noch geschäftsführend im Amt ist. Bereits für Freitag ist sein Antrittsbesuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin vorgesehen.

Tillich bekam 66 von 121 abgegebenen Stimmen. Die Koalition von CDU und SPD kommt im 124-köpfigen Parlament auf insgesamt 68 Sitze, allerdings fehlte ein CDU-Abgeordneter krankheitsbedingt. Damit hat mindestens ein Vertreter des Regierungslagers Tillich die Zustimmung versagt. Sein Amtsvorgänger Milbradt war im November 2004 erst im zweiten Durchgang gewählt worden, nachdem ihm im ersten Wahlgang mindestens fünf Abgeordnete die Gefolgschaft verweigert hatten.

"So wahr mir Gott helfe!"

Tillich nahm die Wahl an und bedankte sich für das Vertrauen. Er wurde anschließend vor dem Landtag vereidigt. Den Zusatz zum Amtseid "So wahr mir Gott helfe!" sprach er auch auf Sorbisch. Nach seinen Amtsvorgängern Kurt Biedenkopf und Georg Milbradt (beide CDU) ist Tillich der erste Ministerpräsident des Freistaats mit ostdeutscher Herkunft.

Es mache ihn stolz, dass er die Arbeit Biedenkopfs und Milbradts für Sachsen fortsetzen dürfe. Er wolle Ministerpräsident aller Sachsen sein, betonte Tillich. Wichtigste Aufgabe sei es, "den notwendigen Aufschwung im Freistaat Sachsen weiter voranzutreiben". Es sei dabei wichtig, den "Erfolg mit sozialer Gerechtigkeit zu verbinden und damit letztendlich alle Menschen teilhaben zu lassen an dem wirtschaftlichen Aufschwung in Sachsen.

Von 121 abgegebenen Stimmen waren 33 Stimmen ungültig, 11 Abgeordnete enthielten sich. Tillichs Gegenkandidat von der rechtsextremen NPD, Johannes Müller, kam auf elf Stimmen. Das sind drei mehr als die NPD Abgeordnete stellt. Allerdings nahmen auch drei frühere NPD-Parlamentarier, die mittlerweile fraktionslos sind, an der Abstimmung teil. Im November 2004 hatte der damalige NPD-Kandidat 14 Stimmen erhalten - zwei mehr, als die Rechtsextremen an Abgeordneten hatten.

Am Mittwoch blieb neben dem inzwischen ebenfalls fraktionslosen Klaus Baier (früher NPD) auch Ronald Weckesser von der Linksfraktion der Wahl fern. Weckesser begründete das mit dem Prozedere der Abstimmung und der Ankündigung der Linksfraktion, in einheitlicher Weise den Stimmzettel ungültig zu machen, da es keine Möglichkeit gab, mit Nein zu votieren. Damit werde jedoch das Wahlgeheimnis unterlaufen, kritisierte Weckesser seine Fraktion. Nur durch seine Nicht-Teilnahme könne nie behauptet werden, dass er Müller oder Tillich gewählt habe.

Milbradt hatte am Dienstag nach sechs Amtsjahren seinen Rücktritt eingereicht. Am Samstag hatte Tillich ihn bereits als CDU-Landesvorsitzender abgelöst. Milbradt hatte seinen Rückzug von den Spitzenämtern bereits am 14. April angekündigt, nachdem es zuvor monatelang Querelen um die Fast-Pleite der Landesbank Sachsen LB gegeben hatte. Der 63-Jährige selbst bezeichnet dies als Einleitung eines Generationswechsels. Dass er seinen Schritt ohne Erklärung im Landtag vollzog, kritisierten am Mittwoch Grüne und Linksfraktion.

Quelle: afp

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online

Wahlen in Ägypten

Kandidat fordert neue Auszählung

Nach der ersten Runde der ägyptischen Präsidentschaftswahl hat ein Kandidat eine teilweise Nachzählung der Stimmen gefordert. mehr 

Scheichs rüsten Syriens Rebellen auf

Assads Macht gerät ins Wanken

Scheichs rüsten Syriens Rebellen auf

Die bewaffnete syrische Opposition wird mit Geld und Waffen aus den reichen Golf-Staaten und Hilfe der USA immer stärker. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Assads Macht gerät ins Wanken

Scheichs rüsten Syriens Rebellen auf

Fast 100 Tote in Syrien

UN-Beobachter bestätigen Blutbad

Die IWF-Chefin zeigt sich hart

Lagarde hat kein Mitlied mit den Griechen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Gefangen im Monster-Stau von Peking

In Chinas Hauptstadt gibt es nicht nur viele Menschen, sondern auch ziemlich viele Autos. Kein Wunder also, dass es dort immer wieder zu ... mehr 

Nikolaus-Schneider-Ratsvorsitzender-des-EKD_1_53012.jpg

Pfingstsonntag

Die Nordkirche gründet sich

Sonntag wird im holsteinischen Städtchen Ratzeburg aus den drei alten Landeskirchen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern eine neue gegründet – die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland, kurz: Nordkirche. Vorausgegangen sind 13 Jahre ... Von Frank Vollmer  mehr

 

Interview mit Gerda Hasselfeldt (CSU)

"Betreuungsgeld ohne Auflagen"

 

Bundestag debattiert über Flughafendebakel

"Wahnsinn", "Provinzniveau", "versemmelt"

 
 

Seeheimer Kreis kritisiert Troika

SPD-Politiker sehnen sich nach Kanzlerkandidaten

 

Merkel und Seehofer angeblich einig

Weg für Schröders flexible Frauenquote offenbar frei

Top-Services