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Treffen mit der SPD-Spitze: Tritt Schwan erneut gegen Köhler an?

zuletzt aktualisiert: 18.05.2008 - 20:20

Berlin (RPO). Einmal musste sie sich Horst Köhler schon geschlagen geben. Doch nachdem sich die SPD nun doch entschieden hat, eine eigene Kandidatin für die Wahl des Bundespräsidenten aufzustellen, steht Gesine Schwan erneut in den Startlöchern. Einer Umfrage zufolge hätte Schwan zumindest das richtige Geschlecht: 60 Prozent sehen die Zeit reif für eine Frau im höchsten Amt. 

Die SPD-Parteispitze sprach am Wochenende mit der Präsidentin der Universität in Frankfurt an der Oder über eine erneute Kandidatur gegen Amtsinhaber Horst Köhler. Obwohl Schwan grundsätzlich bereit wäre, gegen Köhler anzutreten, ist Medienberichten zufolge noch keine Entscheidung gefallen.

Grund für das Treffen sie der wachsende Widerstand in der SPD gegen die Wiederwahl von Köhler, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Schwan habe klar ihre Bereitschaft signalisiert, sich erneut um das Amt zu bewerben, wie Teilnehmer des Treffens erklärt hätten. 2004 war sie dem von CDU/CSU und FDP nominierten Köhler knapp unterlegen.

Schwan selbst sagte dem Blatt, es sei nun an der SPD-Führung, sich zu äußern. Zur Diskussion über ihre eigene Person wolle sie keine Stellung nehmen. "Als Politologin verfolge ich mit Interesse, was da alles geschrieben wird", sagte sie.

Die SPD-Zentrale in Berlin bestätigte nur, dass es ein Treffen der Parteiführung gegeben hat. Laut "Financial Times Deutschland" hieß es nach dem Treffen am Samstag in Potsdam: "Kurt Beck ist nicht mehr so kategorisch für eine Unterstützung Köhlers wie noch vor zwei Wochen." Die SPD-Führung sehe mittlerweile auch das Risiko, die Partei zu spalten, wenn sie die Debatte über eine eigene Kandidatin abwürge.

SPD will sich erst nach Köhler äußern

Der "Bild"-Zeitung sagte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil auf die Frage, ob die SPD eine zweite Amtszeit von Köhler unterstütze: "Es bleibt dabei: Aus Respekt vor der Person und dem Amt des Bundespräsidenten, wird sich die SPD erst dann äußern, wenn Horst Köhler sich erklärt hat."

Das Treffen in einem Potsdamer Hotel soll siebeneinhalb Stunden gedauert haben. Über die Zusammenkunft seien nur die Teilnehmer informiert gewesen, sagte ein SPD-Sprecher der Zeitung. Der langjährige SPD-Vordenker Erhard Eppler sagte dem Blatt, er werde sich in der Frage "jetzt noch nicht äußern" - möglicherweise aber in "zwei Wochen". Eppler hatte an dem Geheimtreffen ebenfalls teil genommen.

60 Prozent für Frau als Staatsoberhaupt

Weitere Teilnehmer waren neben Parteichef Kurt Beck, seinen drei Stellvertretern und Eppler unter anderen der Fraktionsvorsitzende Peter Struck, Generalsekretär Heil und der frühere Parteivorsitzende Hans-Jochen Vogel. Offiziell ging es bei der Klausurtagung um den SPD-Zukunftskongress und um "weitere Vorhaben der Großen Koalition", zu denen man den Rat von langjährigen SPD-Strategen gesucht habe.

In einer Emnid-Umfrage für "Bild am Sonntag" sagten 60 Prozent, es sei an der Zeit, dass eine Frau Staatsoberhaupt werde. 29 Prozent waren gegenteiliger Meinung. Elf Prozent der 1.001 Befragten legen sich nicht fest.

Quelle: ap

 
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