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Bayern-Manager nennt SPD-Chef "furchtbar": Uli Hoeneß giftet gegen Kurt Beck

zuletzt aktualisiert: 10.01.2008 - 17:14

München/Kaiserslautern (RPO). Zwischen Bayern-Manager Uli Hoeneß und SPD-Chef Kurt Beck ist ein offener Streit entbrannt. Hoeneß bezeichnete das Verhalten des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz bei Spielen des 1. FC Kaiserslautern als "furchtbar." Der Sprecher der Mainzer Staatskanzlei konterte, Hoeneß sei "schwarz wie ein Schiedsrichtertrikot".

Beck ist erklärter Fan des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern, der bis vor wenigen Jahren noch gemeinsam mit den Bayern in der Bundesliga spielte. Bei nahezu jedem Heimspiel sitzt der Politiker auf der Tribüne des Pfälzer Traditionsklubs. Nun holte Hoeneß zum Rundumschlag aus.

"Unvorstellbar, was da bei den Heimspielen des 1. FC Kaiserslautern auf der Tribüne abging. Beck und seine Frau haben alles beleidigt, was aus München kam. Jetzt spielen sie Gott sei Dank in der 2. Liga", wetterte der starke Mann des Rekordmeisters gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Sprecher Walter Schumacher von der Mainzer Staatskanzlei wies Hoeneß in seine Schranken. "Keiner kann sich erinnern, dass Herr Hoeneß je in Kaiserslautern auf der Tribüne gesessen hat. Der ist doch immer auf der Trainerbank", erklärte er gegenüber dem "Spiegel".

Den Bayern-Manager attackierte Schumacher zudem wegen dessen mehrfach offen vorgetragenden Sympathiebekundungen für die CSU: "Hoeneß ist zwar schwarz wie früher die Trikots der Schiedsrichter, aber er sollte doch mal die Ruhe bewahren."

Schumacher bestritt, dass der Ministerpräsident auf der Tribüne jemals gegen den FC Bayern gepöbelt habe: "Kurt Beck fiebert mit und springt auf, wenn ein Tor fällt, natürlich. Aber das ist alles im Rahmen."

Zwar könne es mal vorkommen, dass der Unparteiische von der Ehrentribüne aus als "schwarze Sau" tituliert werde, aber das sei laut Schumacher eher scherzhaft gemeint - ebenso wie seine Erklärung für Hoeneß' Groll: "Der stand ja 1973 in der Bayern-Mannschaft, die nach einer 4:1-Führung noch 4:7 in Kaiserslautern verloren hat. Vielleicht hat er das bis heute nicht verwunden." 

Und der Sprecher legte gegenüber "Bild" noch einen nach: "Kurt Beck und Rosi Beck sind Fußballfans. Und es ist ja bekannt, dass Herr Hoeneß die Fans hasst - siehe die letzte Bayern-Versammlung."

Beck: "Das ist völlig dummes Zeug"

Auch Beck selbst lassen die Vorwürfe kalt. Der Politiker wies die angeblichen Beleidigungen durch den Bayern-Manager als "Unfug" zurück. Hoeneß sei da wohl "ein bisschen aus dem Gleis gelaufen", sagte Beck dem Radiosender RPR1.

"Das ist völlig dummes Zeug", ergänzte Beck. Er habe Hoeneß das letzte Mal vor etwa zehn Jahren gesehen. Zudem sei er mit vielen Vertretern von Fußballvereinen freundschaftlich verbunden. Da sei es schon verwunderlich, wie Hoeneß dazu komme, "so einen Unfug zu erzählen".

Mit Blick auf die Schimpftirade des Bayern-Managers bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Vereins gegen Fans mit billigen Stadiontickets fügte Beck hinzu: "Zuerst hat er seine Fans beschimpft, jetzt beschimpft er andere Leute. Das ist wohl ein Problem, das tiefer in ihm steckt."


 
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