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Sarrazins Nachfolger: Ulrich Nußbaum wird neuer Berliner Finanzsenator

zuletzt aktualisiert: 19.02.2009 - 12:33

Berlin (RPO). Der Unternehmer Ulrich Nußbaum wird neuer Berliner Finanzsenator. Nußbaum folgt Thilo Sarrazin nach, der am 1. Mai in den Vorstand der Bundesbank wechselt. Der parteilose 51-Jährige hat Erfahrung in dem Ressort: Von 2003 bis 2007 war er bereits in Bremen Finanzsenator.

 Foto: ddp, ddp
Foto: ddp, ddp

Nußbaum ist Gesellschafter eines international agierenden Fischhandelsunternehmens und Vizepräsident der Bremerhavener Industrie- und Handelskammer.

"Ich bin sicher, dass wir mit Ulrich Nußbaum einen würdigen Nachfolger für Thilo Sarrazin gefunden haben", sagte Wowereit. Nußbaum habe bereits im SPD-CDU-geführten Senat in Bremen finanzpolitische Erfahrungen gemacht und benötige daher keine große Einarbeitungszeit. Zwar sei er parteilos, "aber natürlich SPD-affin". Es gebe keinen Grund, vom Pfad der Haushaltskonsolidierung abzuweichen. Dieser Kurs werde konsequent fortgesetzt. Berlin ist mit rund 60 Milliarden Euro verschuldet.

Über Privatisierungen im Einzelfall entscheiden

Nußbaum sagte, das Finanzressort in Berlin sei nicht nur ein reines Haushaltsressort, sondern breiter aufgestellt. Es gebe große Gesellschaften, an denen das Land beteiligt sei. Über Privatisierungen müsse im Einzelfall entschieden werden. Zum Koalitionspartner Linkspartei meinte er: "Ich gehe da unvoreingenommen ran und gehe davon aus, dass wir eine gute Zusammenarbeit haben werden."

Nußbaum stammt aus einer Handwerkerfamilie. Er studierte an verschiedenen Universitäten Rechts- und Politikwissenschaft. 1989 kaufte er ein Fischhandelsunternehmen in Bremerhaven. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Der Finanzausschuss des Bundesrats sollte Sarrazin noch am Donnerstag für den am 30. April frei werdenden Posten im Vorstand der Bundesbank in Frankfurt am Main bestätigen. Am Dienstag hatten die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg, die gemeinsam das Vorschlagsrecht haben, den 64-Jährigen als Kandidaten benannt.

Quelle: DDP

 
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