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SPD erholt sich: Umfrage: Becks Werte auf neuem Rekord-Tief

zuletzt aktualisiert: 13.06.2008 - 15:57

Frankfurt/Main (RPO). Während sich seine Partei von den schlechten Umfrage-Werten der vergangenen Wochen leicht erholt, hat SPD-Parteichef Kurt Beck einen neuen Rekord-Tief erreicht. Und auch die Zustimmung für Beck als SPD-Kanzlerkandidaten ging weiter von 15 im Mai auf nur noch 11 Prozent zurück.

Die SPD ist erstmals seit Wochen wieder ein Stück aus ihrem Umfragetief gekommen. Im ZDF-Politbarometer vom Freitag legte sie bei der politischen Stimmung deutlich um sechs Punkte auf jetzt 27 Prozent zu. Nach der Erhebung der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen konnte sie damit ihren Einbruch von Ende Mai wieder wettmachen. Die Zustimmung zu Parteichef Kurt Beck sank aber gleichzeitig weiter auf den bisher schlechtesten Wert. Eine große Mehrheit ergab die Umfrage für die Wiedereinführung der Pendlerpauschale in voller Höhe.

CDU und CSU mussten bei den 1.257 Befragten leichte Einbußen hinnehmen. Mit 40 Prozent (minus 2) sind sie aber auch in der politischen Stimmung immer noch weit vorn. Von den Oppositionsparteien liegen FDP (plus 1), Linke (minus 2) und Grüne (minus 1) allesamt gleichauf bei 10 Prozent.

Unter Einbeziehung längerfristiger Überzeugungen und Bindungen ergäbe dies laut Forschungsgruppe Wahlen folgendes Bild, wenn schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre: CDU/CSU 39 Prozent (minus 1), SPD 26 Prozent (plus 1), Linke 11 Prozent (unverändert), FDP 10 Prozent (plus 1), Grüne 10 Prozent (unverändert). Etwas andere Zahlen ermittelte Infratest Dimap für das ARD-Morgenmagazin: CDU/CSU 36 Prozent (plus 2), SPD 24 Prozent (unverändert), Linke 13 Prozent (minus 1), FDP 12 Prozent (minus 1), Grüne 11 Prozent (minus 1), sonstige Parteien 4 Prozent (plus 1).

Stimmung in Koalition schlecht beurteilt

Das Verhältnis der beiden Regierungsparteien CDU/CSU und SPD hat sich aus Sicht der für das ZDF Befragten im Laufe der Legislaturperiode zunehmend verschlechtert. Aktuell bezeichnen es 68 Prozent als schlecht und nur noch 24 Prozent als gut. Die Beziehungen zwischen CDU und CSU halten 48 Prozent für gut und 40 Prozent für schlecht.

Zu den Unstimmigkeiten zwischen den Unionsparteien gehört vor allem das Thema Pendlerpauschale. Eine übergroße Mehrheit von 85 Prozent der Befragten wünscht sich dabei wie die CSU eine Rücknahme der Kürzung, so dass die Fahrtkosten wieder ab dem ersten Kilometer steuerlich berücksichtigt werden.

Die Bewertung der konkurrierenden Ziele Steuersenkung und ausgeglichener Haushalt hat sich in den letzten Wochen etwas verschoben: Fand es Anfang Mai eine knappe Mehrheit von 50 Prozent wichtiger, in Zukunft keine neuen Schulden mehr zu machen, räumen jetzt 51 Prozent Steuersenkungen den Vorrang vor der Haushaltskonsolidierung ein.

Von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung haben die meisten Befragten aus ihrer Sicht persönlich nicht profitiert. Nur 6 Prozent gaben an, dass sich ihre wirtschaftliche Lage dadurch stark oder gar sehr stark verbessert habe. 26 Prozent sprechen von nicht so starken Verbesserungen, und bei 67 Prozent kommt nach eigenen Angaben der Aufschwung gar nicht an.

Preissteigerungen größtes Problem

Erhebliche Sorgen bereiten die Preissteigerungen der letzten Wochen: 84 Prozent sagten, dass sie die gestiegenen Preise sehr stark (45 Prozent) oder stark (39 Prozent) spüren, für 14 Prozent wirken sie sich nicht so stark aus, für 1 Prozent gar nicht. Der Preisanstieg wird mit einem Rekordwert von 47 Prozent der Nennungen derzeit auch als das wichtigste Problem in Deutschland angesehen - vor der Arbeitslosigkeit (37 Prozent).

Bei den zehn wichtigsten Politikern liegt die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 1,8 (Mai: 1,7) Punkten knapp vor dem SPD-Politiker und Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit 1,6 (Mai: 1,4). Im Negativbereich fiel SPD-Chef Beck mit minus 0,7 (Mai: minus 0,6) auf seinen bisher schlechtesten Wert. Und auch die Zustimmung für ihn als SPD-Kanzlerkandidaten ging weiter von 15 auf nur noch 11 Prozent zurück. Für Steinmeier plädierten 41 (Mai: 37) Prozent.

Quelle: ap

 
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