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Umfrage
Mehrheit der Deutschen lehnt US-Luftschlag in Syrien ab

Umfrage: Mehrheit der Deutschen lehnt US-Luftschlag in Syrien ab
Dieses von der US-Navy veröffentlichte Foto zeigt, wie ein US-Kriegsschiff auf dem Mittelmeer Raketen in Richtung Syrien abfeuert (Archivfoto). FOTO: ap, Oscar Sosa
Berlin . Die Deutschen lehnen den US-Luftangriff in Syrien mehrheitlich ab. Das ergab eine am am Montag veröffentlichte Umfrage von Infratest dimap. Auch Russland und der Iran kritisierten das Vorgehen der US-Regierung. 

In der Umfrage gaben nur 29 Prozent der Befragten an, dass sie das Vorgehen der USA gegen die Regierung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad befürworten. 56 Prozent lehnten das militärische Eingreifen der USA hingegen ab.

Die USA hatten in der Nacht zum Freitag von zwei Kampfschiffen aus 59 Marschflugkörper vom Typ Tomahawk auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt Al-Schairat in der zentralen Provinz Homs abgefeuert. US-Präsident Donald Trump hatte den Angriff als Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgasangriff wenige Tage zuvor in der von bewaffneten Gruppen kontrollierten Kleinstadt Chan Scheichun im Nordwesten Syriens bezeichnet.

Zustimmung unter AfD-Anhängern am größten 

Die Zustimmung zu dem Militärschlag ist unter den Anhängern der AfD mit 46 Prozent am größten. Am geringsten ist sie unter Anhängern der Linkspartei mit 13 Prozent Zustimmung. Die Anhänger von Union (31 Prozent Zustimmung) und SPD (34 Prozent Zustimmung) bewerteten das Vorgehen der USA ähnlich.

Infratest dimap befragte für die ARD-Sendung "hart aber fair" am Freitag und Samstag 937 repräsentativ ausgewählte Bürger telefonisch. In der Regel haben Umfragen einen Fehlerbereich, in dem die tatsächlichen Werte in der Gesamtbevölkerung von denen in den Erhebungen abweichen können.

Auch Russland und Iran kritisieren die USA 

Scharfe Kritik kam indes auch aus Russland und dem Iran. Die Außenminister Sergej Lawrow und Mohammed Dschawad Sarif verurteilten die Militäraktion in einem Telefonat am Montag als groben Verstoß gegen das Völkerrecht.

Solche "aggressiven Handlungen" schadeten dem Kampf gegen den Terrorismus, teilte das Ministerium in Moskau mit. Russland und der Iran sind die engsten Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Lawrow und Sarif forderten eine unvoreingenommene Untersuchung des Vorfalls.

(kess/dpa/AFP)
 
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