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"Kleine Schritte": Umweltminister enttäuscht von Weltklimakonferenz

zuletzt aktualisiert: 20.11.2006 - 11:58

Berlin (RPO). Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat nach der Weltklimakonferenz in Nairobi gefordert, dass der Klimaschutz weltweit zur "Chefsache" gemacht wird. Sein Urteil nach Beendigung des Treffens fiel skeptisch aus. Das Ergebnis sei der dramatischen Klimakonferenz nicht angemessen: "Es sind kleine Schritte, wo man Sieben-Meilen-Stiefel bräuchte", sagte der Minister

Gabriel beklagte, die Debatten zwischen Entwicklungs- und Industrieländern zur Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch hätten einem "Mikado-Spiel" geähnelt und sich vorrangig an nationalen Interessen orientiert. Der Konflikt sei nur zu lösen, wenn es einen stärkeren Technologietransfer in die Entwicklungsländer gebe.

Einigkeit bestand laut Gabriel im Ziel, dass die Emission von Treibhausgasen bis 2050 halbiert werden muss. Dabei geht es auch um eine Folgevereinbarung für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll. Dafür müssten im nächsten Jahr die Verhandlungen beginnen, weil sie bis zu drei Jahre dauern und die Ergebnisse dann auch ratifiziert werden müssten. Für die Verhandlungen habe Nairobi die Voraussetzungen geschaffen.

Gabriel hob als Ergebnis auch den Anpassungsfonds hervor, mit dem Entwicklungsländern etwa beim Bau von Dämmen, bei Trinkwasserprojekten oder der Wiederaufforstung geholfen werden soll. Der Fonds soll bis zum Jahr 2012 rund 300 Millionen Dollar umfassen. Deutschland hat zugesagt, die ländliche Elektrifizierung insbesondere in Afrika in den kommenden vier Jahren mit zusätzlich 24 Millionen Euro zu unterstützen.

Er sei dankbar, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Klimaschutz und die Energieeffizienz zu Schwerpunkten der deutschen EU-Ratspräsidentschaft und des G8-Vorsitzes machen wolle, erklärte Gabriel.  Auch die UN-Generalversammlung müsse sich damit befassen.

Quelle: afp2

 
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