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Arbeitgeber-Präsident Hundt
Unbegrenzte Laufzeit für sichere Atomkraftwerke gefordert

Atomkraftwerke in Deutschland
Atomkraftwerke in Deutschland FOTO: AP
Düsseldorf/Berlin (RPO). Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt drängt auf deutlich längere Laufzeiten für Atomkraftwerke. "Kernkraftwerke, die wirtschaftlich arbeiten, sollten so lange laufen, wie sie sicher sind", sagte der Präsident der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) unserer Redaktion.

Auch eine Laufzeit von 60 Jahren, wie sie etwa RWE-Chef Jürgen Großmann vorschlägt, schließt Hundt nicht aus: "Die deutschen Kernkraftwerke sind die sichersten der Welt."

Zugleich lehnt der BDA-Präsident die Pläne von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) ab, der die Laufzeit nur bis zum Jahr 2030 verlängern will: "Das wäre ein teurer Fehler. Wir benötigen die Kernkraft, um ausreichend Zeit für den Ausbau erneuerbarer Energien zu gewinnen."

CDU erwägt Verlängerung um 28 Jahre

Die CDU/CSU erwägt eine Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke um bis zu 28 Jahre. Das bestätigte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Peter Altmaier, am Dienstag in Berlin.

Allerdings gebe es bislang noch keine Entscheidung über die Frage, wie eine Laufzeitverlängerung aussehen könne, schränkte der CDU-Politiker ein. "Wir wollen keine Vorfestlegung, sondern eine möglichst breite Bandbreite von Szenarien. Dazu gehört auch die 28", sagte Altmaier weiter.

Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs verwies in diesem Zusammenhang auf einen Beschluss des Fraktionsvorstands der CDU/CSU vom Montag. Dabei sei entschieden worden, fünf Szenarien durchzurechnen. "Wir rechnen fünf Jahre, zehn Jahre, 15 Jahre, 20 und 28 Jahre", sagte Fuchs am Montagabend in der N24-Sendung "Was erlauben Strunz".

Diese Szenarien sollten vom Bundesumweltministerium zusammen mit dem Wirtschaftsministerium unter dem Aspekt durchgerechnet werden, "dass wir in Deutschland Strompreise haben, die die Industrie bezahlen kann". "Es nützt mir nichts, wenn ich noch so schöne Solaranlagen habe, die den Strom gewaltig verteuern", sagte Fuchs weiter.

(AFP/csr)
 
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