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Union und SPD beginnen Sondierungen
"Vor uns liegt ein Riesenstück Arbeit"

Union und SPD nehmen Sondierungsgespräche auf
Angela Merkel vor Beginn der Sondierungsgespräche. FOTO: dpa, bvj
Berlin. CDU, CSU und SPD haben mit den Sondierungsgesprächen begonnen. Die Parteichefs Merkel, Schulz und Seehofer sind nach den miserablen Ergebnissen bei der Bundestagswahl angeschlagen und auf einen Erfolg bei den Verhandlungen angewiesen. 

Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich zum Start der Sondierungen von Union und SPD über eine neue große Koalition optimistisch. "Ich glaube, es kann gelingen", sagte die CDU-Vorsitzende am Sonntag vor dem Beginn der Verhandlungen. Sie gehe optimistisch in die Gespräche. "Allerdings ist mir klar, dass in den nächsten Tagen auch ein Riesenstück Arbeit vor uns liegt. Und wir sind aber willens, diese Arbeit anzunehmen und zu einem guten Ergebnis zu führen."

SPD-Chef Martin Schulz kündigte "konstruktive und ergebnisoffene Gespräche" an. "Wir ziehen keine rote Linien, sondern wir wollen möglichst viel rote Politik in Deutschland durchsetzen", sagte er und versprach ebenfalls zügige Gespräche. "Die Deutschen haben einen Anspruch darauf, dass es schnell geht."

Auch CSU-Chef Horst Seehofer machte deutlich: "Wir müssen weniger reden und mehr arbeiten." Es lägen spannende fünf Verhandlungstage vor den drei Parteien. Er wolle nicht schon mit Bedingungen in die Gespräche starten, sagte er auf eine entsprechende Frage, machte aber für die CSU klar: "Wir wollen unser Profil nicht verwischen." Er werde nun versuchen, "die Dinge zu einem guten Ende zu bringen".

Die Sondierungsteams von CDU, CSU und SPD treffen sich jeden Tag bis Donnerstag. Anschließend soll eine gemeinsame Erklärung zum Sondierungsergebnis vorgelegt werden. Ob Koalitionsverhandlungen folgen, hängt vor allem von der Entscheidung des SPD-Sonderparteitags am 21. Januar ab.

Nach einer ersten Spitzenrunde der Partei- und Fraktionschefs kommen am Mittag die jeweils 13 Mitglieder umfassenden Delegationen der drei Parteien zusammen. Nach einer kurzen Beratung in großer Runde sollen am Nachmittag dann die geplanten 15 Arbeitsgruppen erstmals tagen.

Die Sondierungsgespräche sind auf fünf Tage angesetzt und sollen am Donnerstag beendet werden. Die Union dringt auf eine Fortsetzung der großen Koalition. Die SPD-Spitze hat aber von einem Parteitag nur ein Mandat für ergebnisoffene Gespräche bekommen. Am Freitag will die SPD-Führung entscheiden, ob sie die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen empfiehlt. Dafür müsste ein Sonderparteitag am 21. Januar grünes Licht geben.

(wer/REU/dpa)
 
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