Lob für Appell bei Präsidentenwahl: Unions-Politiker: Koch soll bleiben
zuletzt aktualisiert: 03.07.2010 - 17:38Berlin (RPO). In der Union mehren sich Forderungen an die Parteiführung, Hessens Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) dazu zu bewegen, in der Politik zu bleiben. "Ich fühle mich bestätigt, dass man Roland Koch unbedingt in der Politik halten sollte", sagte der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber in einem Interview.
Während der Bundesversammlung habe Koch vor den Unions-Delegierten eine eindrückliche Rede gehalten, erklärte er im "Spiegel".
Ähnlich äußerte sich der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok. "Roland Koch hat eine überragende Fähigkeit in wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen. Deswegen würde ich ihn in der Politik halten."
Koch hatte in einer Rede am Mittwoch eindringlich für die Wahl von Christian Wulff zum Bundespräsidenten geworben. Er bekam dafür laut "Spiegel" deutlich mehr Applaus als die Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel, deren Rede von vielen Delegierten als zu kühl und technisch kritisiert worden sei. Koch hatte Ende Mai seinen Rückzug aus der Politik angekündigt.
Der Chef der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann (CDU), forderte Merkel auf, Partei und Regierung umzubauen: "Der kleine Kreis um Frau Merkel kann nicht all die schwierigen Fragen lösen, die im Moment anstehen. Sie muss Partei und Regierung personell besser aufstellen."
Der hessische CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand kritisierte, im Kanzleramt herrsche derzeit eine "Bunkermentalität". Inhaltliche Vorschläge würden nicht sachlich bewertet, sondern nach der Frage, ob man als Freund oder Feind des Merkel-Lagers gelte. "Ein solcher Umgang schadet der Union, und letztlich auch unserer Arbeit für das Land".
Nach "Spiegel"-Informationen verlangten während der Bundesversammlung am vergangenen Mittwoch die Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein und Sachsen, Peter Harry Carstensen und Stanislaw Tillich (beide CDU), eine Sondersitzung, um über die Gründe des zweimaligen Scheiterns des Unionskandidaten Wulff zu beraten. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe und Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) hätten dies abgelehnt.
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