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7500 Soldaten und Familien ziehen ab: US-Army schließt die Standorte Schweinfurt und Bamberg

zuletzt aktualisiert: 02.02.2012 - 20:17

Ansbach/München (RPO). Die US-Armee löst bis spätestens 2015 ihre Standorte Schweinfurt und Bamberg komplett auf. Rund 7500 Soldaten und ihre Familien ziehen schrittweise aus den beiden fränkischen Städten ab, in Bamberg sind es 3500 Soldaten, in Schweinfurt 4000.

Der Standort Ansbach mit rund 3000 Soldaten soll dagegen erhalten bleiben. Das teilten die Oberbürgermeister der betroffenen Städte am Donnerstag nach einem Treffen mit dem Oberkommandierenden der US-Streitkräfte in Europa, Mark Hertling, mit.

Bambergs Rathauschef Andreas Starke (SPD) sprach von einer "allmählichen Reduzierung bis hin zur Schließung" innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre. Die Schließung des Standorts nannte er eine "logische Konsequenz" der US-Truppenreduzierung in Europa.

"Weitreichende Folgen" für die Städte

Der Abzug habe für die Stadt "weitreichende Folgen", so hätten alleine Baufirmen, Handwerker und Dienstleister durch die Streitkräfte einen Umsatz von 34 Millionen Euro gemacht. "Das wird natürlich fehlen, aber in der Krise steckt auch eine Chance", sagte Starke im Blick auf dringend benötigte Studentenunterkünfte.

Auch der Schweinfurter Bürgermeister Sebastian Remelé (CSU) betonte, er könne dem Abzug auch etwas Positives abgewinnen. Die Stadt brauche dringend Wohnraum speziell für junge Familien. Zudem denke man über neue Gewerbeflächen nach. Auf der anderen Seite stünden nun 600 zivile Arbeitsplätze zur Disposition.

Derartige Probleme kommen vorerst auf Ansbach nicht zu. Oberbürgermeisterin Carda Seidel (parteilos) sagte, bis auf die schon Ende 2011 angekündigten Reduzierungen werde es keine weitere Veränderung geben. "In Bezug auf den wirtschaftlichen Aspekt" sei sie erleichtert, betonte sie.

Friedrich will Städten helfen

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich stellte den betroffenen Städten Hilfe des Bundes in Aussicht. "Die Städte und Gemeinden sind unterschiedlich betroffen. Auch von den letzten Umstrukturierungen bestehen noch offene Wunden", sagte der CSU-Politiker dem "Münchner Merkur" und fügte hinzu: " Wo immer der Bund Spielräume hat, wird er sicher helfen."

Nach übereinstimmenden Medieninformationen sind in Deutschland derzeit 36.000 US-Soldaten stationiert, knapp 20.000 davon in Bayern. Dazu kämen noch doppelt so viele Familienangehörige der Soldaten.

Das US-Verteidigungsministerium hatte vor rund zwei Wochen mitgeteilt, dass schwere Armeebrigaden aus Europa verlegt werden, ohne jedoch genaue Details zu nennen. Die US-Armee soll in den kommenden zehn Jahren aus Kostengründen von derzeit 570.000 auf 490.000 Soldaten verkleinert werden.

Quelle: APD

 
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