NATO-Treffen: USA fordern Einsatz deutscher Soldaten im Sudan
zuletzt aktualisiert: 22.04.2006 - 12:16Berlin (rpo). Die Bundeswehr könnte schon bald im Sudan aktiv werden. Die USA jedenfalls dringen darauf, dass die NATO sich in der sudanesischen Krisenregion Darfur engagiert. Washington verlangt von den Europäern, die Hilfe für die überforderte Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) stärken.
Das Thema werde in der kommenden Woche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und seine Kollegen aus den Ländern der Allianz bei einem informellen Treffen in Sofia beschäftigen, meldet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".
Deutschland und andere Staaten helfen bisher mit Transportflugzeugen, Logistik und einem Training für Stabsoffiziere. Gehe es nach Washington, sollten künftig aber zahlreiche NATO-Ausbilder in den Sudan und den benachbarten Tschad ausschwärmen, um AU-Truppen direkt im Einsatzgebiet zu trainieren, meldete das Magazin. Vorvergangene Woche hätten die Europäer im NATO-Rat versucht, den US-Vorstoß erst einmal abzuwimmeln. Sie monierten, dass Washington selbst keine Soldaten schicken wolle und zudem das Einverständnis der AU und des Sudans zur Stationierung von NATO-Truppen unwahrscheinlich sei.
Berliner Einwände, die Bundeswehr sei bereits für die AU tätig und bald auch in der Demokratischen Republik Kongo unterwegs, ließen die USA nach "Spiegel"-Informationen nicht gelten: Die EU-Mission zur Sicherung der Wahlen im Kongo ende voraussichtlich im Herbst, dann seien wieder Kräfte frei. EU-Militärplaner gehen inzwischen davon aus, dass die bisher veranschlagte Truppenstärke von 1.500 Soldaten für die Kongo-Aktion nicht ausreichen wird. Die Bundeswehr müsste demnach ihren Beitrag - es war bisher an 450 bis 500 Soldaten gedacht - kräftig aufstocken.
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