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Entspannung im nahen Osten
USA wollen israelischen Topspion Pollard freilassen

USA wollen israelischen Topspion Pollard freilassen
FOTO: afp, mlo/mro/jh
Washington. Nach dem Atomabkommen mit dem Iran gilt das Verhältnis zwischen den USA und Israel als belastet. Jetzt wird bekannt, dass die USA anscheinend einen seit langem inhaftierten Spion Israels freilassen wollen. Ein Zufall?

Der in den USA inhaftierte Israel-Spion Jonathan Pollard wird nach Medienberichten möglicherweise bald freikommen. Der "Washington Post" zufolge bestätigte das US-Justizministerium, der 1987 zu lebenslanger Haft verurteilte Pollard habe im November unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine Begnadigung.

Israel hat sich seit Jahrzehnten vergeblich um eine Freilassung des heute 60-Jährigen bemüht. Diese käme zu einem Zeitpunkt erhöhter Belastungen im Verhältnis zwischen beiden Staaten. Israel ist der schärfste Kritiker der kürzlich von den fünf UN-Vetomächten plus Deutschland ausgehandelten Atom-Vereinbarung mit dem Iran: Es sieht seine Sicherheit dadurch noch stärker gefährdet als bisher.

Das Weiße Haus betonte jedoch, Pollards Zukunft habe nichts mit dem Iran-Deal zu tun. Sein Status werde "entsprechend der Standard-Prozeduren" des zuständigen US-Begnadigungsausschusses gefällt, zitierte die "Washington Post" (Online/Samstag) Alistair Baskey, eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates.

Zuvor hatte auch das "Wall Street Journal" unter Berufung auf US-Regierungsbeamte berichtet, die US-Regierung bereite Pollards Freilassung vor - und einige dieser Beamten hätten die Hoffnung geäußert, dass ein solcher Schritt die belasteten Beziehungen zu Israel "glätten" werde.

Lästereien und Lügen von US-Politikern FOTO: dpa, Robert Ghement

Pollard hatte als ziviler Analyst bei der US-Marine gearbeitet, als er im November 1985 wegen der Weiterreichung hochgeheimer Dokumente an Israel festgenommen wurde. Er bekannte sich später schuldig und wurde 1987 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der "Washington Post" zufolge erklärte das Justizministerium, das damalige Urteil beinhalte eine Regelung, nach der Pollard zur Freilassung nach 30 Jahren berechtigt sei. Um ihm das zu verwehren, müsste die Regierung nachweisen, dass er im Gefängnis gegen Vorschriften verstoßen habe oder die Wahrscheinlichkeit bestehe, dass er erneut kriminell handeln werde.

Der Zeitung zufolge signalisierte das Justizministerium jedoch, die US-Regierung werde einer Freilassung nicht im Wege stehen. Demnach erklärte es, dass Pollard "vermutlich" dazu berechtigt sei.

(dpa)
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