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Lehrermangel verschärft sich: Verband will Lehrer aus Osteuropa holen

zuletzt aktualisiert: 20.07.2009 - 14:17

Berlin (RPO). Der Lehrermangel in Deutschland wird sich im nächsten Schuljahr verschärfen. Medienberichten zufolge rechnet der Deutschen Philologenverband damit, dass im Herbst bundesweit rund 40.000 Lehrkräfte fehlen werden. Das seien rund 15.000 oder 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Verband rät, Lehrer aus Osteuropa in Deutschland einzusetzen.

Besonders groß ist der Lehrermangel in den Fächern Mathematik, Informatik, Physik und Chemie, berichtet die Onlineausabe der "Bild" weiter. Der Philologenverband rate deshalb den verstärkten Einsatz osteuropäischer Lehrer an deutschen Schulen an. Verbandschef Heinz-Peter Meidinger sagte dem Blatt: "Die sind gut ausgebildet, müssten pädagogisch aber noch geschult werden."

Er forderte die Bundesländer auf, spezielle Kurse für Bewerber aus Osteuropa anzubieten. In einigen Schulen würden bereits Fachkräfte aus Rumänien und Bulgarien eingesetzt. Nach Schätzung des Philologenverbandes gingen in den nächsten zehn Jahren etwa 300.000 der derzeit 770.000 Lehrer an bundesdeutschen Schulen in den Ruhestand.

Grünen-Chef Cem Özdemir bezeichnete die Prognosen als "alarmierend, jedoch wenig überraschend". Seit Jahren sei klar, dass das deutsche Bildungssystem nicht in der Lage sei, die Ausfälle durch die Ausbildung von Nachwuchs auszugleichen. "Das ist ein Armutszeugnis für eine hoch zivilisierte Industrienation wie Deutschland", kritisierte er. Wenn nicht zügig gegengesteuert werde, verstärke der Lehrermangel in den Technik- und naturwissenschaftlichen Fächern auch den Fachkräftemangel. Es drohe eine "Katastrophe" für den Standort Deutschland.

Quelle: DDP

 
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