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Verdacht gegen Berliner LKA
Anzeige im Fall Amri erstattet

Verdacht gegen Berliner LKA: Anzeige im Fall Amri erstattet
Beim Lkw-Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt waren zwölf Menschen gestorben (Archiv). FOTO: REUTERS/Pawel Kopczynski
Berlin. Im Fall des Attentäters Anis Amri gibt es neue Vorwürfe gegen die Ermittler: Demnach hätte der Tunesier festgenommen werden können, und im Nachhinein soll im Berliner LKA versucht worden sein, das zu vertuschen. Innensenator Geisel erstattete deshalb Anzeige gegen Unbekannt.

Der Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri hätte nach neuen Erkenntnissen möglicherweise vor seinem Anschlag festgenommen werden können. Es sei ein neues Dokument aufgetaucht, das dem Tunesier bereits im November gewerblichen, bandenmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln vorwarf, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Mittwoch. Auf dieser Grundlage sei "eine Verhaftung wohl möglich gewesen". 

Anis Amri - der Attentäter von Berlin FOTO: ap, LR

Wie Geisel weiter mitteilte, versuchten die Verantwortlichen offenbar, ihr Versäumnis im Nachhinein zu vertuschen. Entscheidende Aktenvermerke seien rückdatiert worden. Die Anzeige umfasse deshalb auch den Vorwurf der Urkundenfälschung. Zudem seien Disziplinarmaßnahmen wegen des Dienstvergehens der Verschleierung eingeleitet. Zur Anzahl der Beschuldigten wollte sich Geisel zunächst nicht äußern.

Widersprüchliche Aktenvermerke

"Ich weiß, dass diese Nachricht bedrückend ist", sagte Geisel weiter. Nach Angaben des Innensenators waren dem als Sonderermittler eingesetzten Bruno Jost widersprüchliche Aktenvermerke aufgefallen. Alles deute darauf hin, dass nach dem Anschlag Vermerke verändert wurden.

Der Tunesier Amri war am 19. Dezember mit einem zuvor gekaperten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gerast. Er tötete zwölf Menschen, weitere 67 wurden bei dem bislang folgenschwersten islamistischen Terroranschlag in Deutschland verletzt. Wenige Tage später wurde Amri auf der Flucht in Italien von der Polizei erschossen.

Der Asylbewerber hielt sich vor allem in NRW und Berlin auf und nutzte diverse Identitäten. Nach dem Anschlag war deutlich geworden, dass Amri deutschen Sicherheitsbehörden schon länger als sogenannter islamistischer Gefährder bekannt war und er sogar zeitweise überwacht wurde. Verhaftet wurde er indes nicht. Bekannt ist auch, dass er zeitweise in der Berliner Drogenszene aktiv war.

(dpa)
 
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