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Empörung über Sarrazin: Verdi nennt Äußerungen "rechtsradikal"

zuletzt aktualisiert: 02.10.2009 - 06:47

Frankfurt/Main (RPO). Die Äußerungen von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin über Arme und Ausländer in Berlin haben bei Grünen und Gewekschaften Empörung ausgelöst. Gerhard Schick (Grüne) nannte bezeichnete die Worte des ehemaligen Finanz-Senators als "widerlich", Verdi-Vorstand kritisierte sie als "rechtsradikal".

Gegen Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin wird wegen Volksverhetzung ermittelt. Foto: AP, AP

Schick sagte der "Frankfurter Rundschau": "Diese Äußerungen finde ich widerlich." Sarrazin habe mit seinem Interview in der Zeitschrift "Lettre International" dem Ansehen der Bundesbank geschadet und klar gegen den Verhaltenskodex verstoßen. Der im Verdi-Vorstand für den Finanzsektor zuständige Gewerkschafter Uwe Foullong bezeichnete die Bemerkungen des früheren Berliner Finanzsenators Sarrazin als "skandalös" und "rechtsradikal". In der "FR" warf er Sarrazin laut Vorabmeldung vor, dem Ansehen der Bundesbank und den dort Beschäftigten zu schaden.

Sarrazin hatte unter anderem gesagt: "Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate. Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären, mit einem 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung." Weiter wurde er zitiert: "Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert."

Die Bundesbank hatte sich von Sarrazins Äußerungen distanziert. Das Vorstandsmitglied entschuldigte sich am Donnerstag öffentlich. Ihm sei es nicht darum gegangen, einzelne Volksgruppen zu diskreditieren. Die Justiz prüft, ob seine Äußerungen strafrechtlich relevant sind und Volksverhetzung vorliegen könnte.

Sarrazin hat sich inzwischen für seine abfälligen Äußerungen entschuldigt. "Die Reaktionen, die mein Interview in Lettre International verursacht hat, zeigen mir, dass nicht jede Formulierung in diesem Interview gelungen war. Das bedauere ich", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Sein Anliegen sei es gewesen, "die Probleme und Perspektiven der Stadt Berlin anschaulich zu beschreiben, nicht aber einzelne Volksgruppen zu diskriminieren". Er habe als Berliner Bürger und ehemaliger Senator seine private Meinung geäußert, "nicht aber für die Bundesbank gesprochen".

Quelle: AP/ddp

 
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