kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast

Pressefreiheit vor Gericht: Verfassungsgericht spricht Urteil zu "Cicero"

zuletzt aktualisiert: 26.02.2007 - 21:41

Karlsruhe (RPO). Wann dürfen Redaktionsräume durchsucht werden? Wie weit reicht das Zeugnisverweigerungsrecht von Journalisten? Am Dienstag verkündet das Bundesverfassungsgericht das mit Spannung erwartete Urteil zur Cicero-Affäre. Nicht wenige Experten erwarten nach der mündlichen Verhandlung ein Stärkung der Pressfreiheit.

Die ´Cicero-Durchsuchungsaktion war im September 2005 angeordnet worden, weil in einem "Cicero"-Bericht über den Extremistenführer Abu Mussab el Sarkawi aus internen Papieren des Bundeskriminalamts (BKA) zitiert wurde. Mehrere Gerichte sahen darin Beihilfe zum Geheimnisverrat und billigten die Durchsuchungsaktion. "Cicero"-Chefredakteur Wolfram Weimer hatte deshalb in Karlsruhe geklagt, zumal das Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen Geheimnisverrats später gegen Zahlung einer Geldstrafe von 1000 Euro eingestellt wurde.

Juristen gehen nach der mündlichen Verhandlung davon aus, dass die Verfassungshüter den Fall zum Anlass nehmen könnten, die Pressefreiheit und den Schutz von Journalisten vor Strafverfolgung zu stärken. Der Verfassungsrichter und Berichterstatter des Verfahrens, Wolfgang Hoffmann-Riem, hatte in der Verhandlung im vergangenen November darauf verwiesen, dass Journalisten bislang zwar ein Zeugnisverweigerungsrecht zum Schutz ihrer Informanten in Strafverfahren besitzen. Dieser Schutz greife allerdings nur, wenn die Journalisten als Zeugen gelten und nicht von einem Staatsanwalt per "einfacher Willensentscheidung" zu Beschuldigten gemacht werden. Dass Journalisten dann wie im vorliegenden Fall wegen Beihilfe zu Geheimnisverrat verfolgt werden können, ist laut Hoffmann-Riem im Strafgesetzbuch nicht vorgesehen.

Da sich die Vorschrift zum Geheimnisverrat nur auf den Geheimnisträger selbst bezieht, hätten die Staatsanwaltschaften Hoffmann-Riem zufolge eine Konstruktion gewählt, die zwar von Fachgerichten gebilligt, von der Mehrheit führender Rechtsgelehrter jedoch abgelehnt werde. Nach dieser Konstruktion hat ein Staatsdiener mit der Übergabe von Dienstgeheimnissen an den Journalisten zwar den Geheimnisverrat "vollendet". Aber erst mit der Veröffentlichung des Geheimnisses durch den Journalisten sei die Tat "beendet"; der Medienvertreter könne deshalb wegen Beihilfe verurteilt werden. Hoffmann-Riem hatte diese Beihilfe-Konstruktion als womöglich verfassungsrechtlich bedenklich bezeichnet. Sie widerspreche dem Ziel des Gesetzgebers, der 1979 die Straffreiheit von Journalisten in Fällen von Geheimnisverrat sichern wollte.  

Quelle: afp

Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. mehr 

Syrische Deserteure drohen Assad

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Die westlichen Staaten und die syrischen Rebellen drohen dem Assad-Regime mit einer härteren Gangart. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

Bundespräsident Gauck in Israel

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. Damit brachte er den Zentralrat der Muslime gegen sich auf. Gauck betreibe Geschichtsfälschung. mehr

 

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

 

Letzter DDR-Wirtschaftsminister

Gerhard Pohl tot aufgefunden

 

Minister stellt neues Programm vor

Altmaier grenzt sich von Röttgen ab

 
 

Bundesinnenminister Friedrich im Interview

Deutschland schickt 30 Polizeibeamte zur EM

Top-Services