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Zwickauer Terror-Zelle: Verfassungsschutz zahlte Neonazis 2000 Mark

zuletzt aktualisiert: 18.12.2011 - 15:17

Berlin (RPO). Das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz hat eine Geldzahlung an das Zwickauer Terrortrio eingeräumt. Demnach sollen 2000 Mark geflossen sein, um Erkenntnisse über die Tarnnamen des untergetauchten Trios zu bekommen.

Wie die Behörde unter Berufung auf einen ehemaligen Mitarbeiter am Sonntag mitteilte, habe ein V-Mann in den Jahren 1998 oder 1999 dem Trio über einen Mittelsmann 2000 D-Mark zuleiten sollen, um Erkenntnisse über deren Tarnidentitäten zu erlangen.

Ziel sei es gewesen, die untergetauchten Jenaer Neonazis Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe verhaften zu können. Das Vorhaben sei jedoch gescheitert, weil der Mittelsmann das Geld selbst eingesteckt habe.

Die  "Bild am Sonntag" berichtete zuvor unter Berufung auf Aussagen eines Verfassungsschutz-Mitarbeiters am 6. Dezember vor der geheim tagenden Kontrollkommission des Thüringer Landtages, dass die Summe für Pässe ausgegben werden sollte.

Nach Aussagen des Verfassungsschützers wusste seine Behörde aus abgehörten Telefonaten, dass die Gruppe damals dringend Geld für neue Pässe brauchte. Man habe darauf gesetzt, mithilfe der Geldzahlung konkrete Hinweise auf den Aufenthaltsort sowie die Tarnnamen der Rechtsextremisten zu erhalten.

Der Thüringer Verfassungsschutz finanzierte dem Bericht zufolge das Neonazi-Trio indirekt auch durch den Ankauf des antisemitischen Brettspiels "Pogromly" für jeweils 100 Mark. Mindestens drei Exemplare des Hetz-Spiels, dessen Verkaufserlös an die Nazi-Zelle floss, wurde dem Zeitungsbericht zufolge an Mitarbeiter des Verfassungsschutzes verkauft.

Quelle: REU/dapd

 
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