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Anzeigenkampagne "Initiative Sicherheitspartnerschaft"
  Foto: dpa, Bundesministerium den Innern
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Umstrittene Poster-Kampagne vorerst abgesagt: "Vermisst"-Aktion wegen Protestgefahr gestoppt

zuletzt aktualisiert: 20.09.2012 - 19:18

Berlin (RPO). Die umstrittene "Vermisst"-Plakataktion des Innenministeriums gegen islamistische Radikalisierung Jugendlicher ist vorläufig gestoppt worden. Aufgrund einer aktuellen Gefährdungsbewertung des Bundeskriminalamtes (BKA) wird der eigentlich für Freitag geplante Start der Kampagne verschoben.

Mit diesen Plakaten wollte das Innenministerium gegen die Radikalisierung von Jugendlichen aktiv werden. Die Kampagne sorgte bereits im Vorfeld für Kritik.  Foto: dpa, Bundesministerium den Innern
Mit diesen Plakaten wollte das Innenministerium gegen die Radikalisierung von Jugendlichen aktiv werden. Die Kampagne sorgte bereits im Vorfeld für Kritik. Foto: dpa, Bundesministerium den Innern

Die umstrittene Plakat-Aktion "Vermisst" ist vorläufig gestrichen, teilte das Bundesinnenministerium am Donnerstag in Berlin mit. Die Plakate zeigen Bilder junger Menschen, darunter eine Frau mit Kopftuch, die als "vermisst" bezeichnet werden, weil sie laut einem Begleittext in Gefahr sind, "an religiöse Fanatiker und Terrorgruppen" verloren zu gehen.

Muslimische Verbände, die in den vergangenen Wochen gegen die geplante Aktion protestiert hatten, reagierten positiv. Die Türkisch-Islamische Union begrüßte die Verschiebung und forderte zugleich den kompletten Stopp der Kampagne. Die Aktion treibe einen "Keil in die Gesellschaft" erklärte der Dachverband DITIB.

Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs sprach von einem "ersten Schritt in die richtige Richtung". Der Verfassungsschutz sieht bei Milli Görüs islamistische und antidemokratische Tendenzen. Grünen-Chefin Claudia Roth forderte, die Plakate "einzustampfen", statt die Aktion nur zu verschieben. Mit der Aktion würden "alle Muslime unter Generalverdacht" gestellt.

Das Innenministerium betonte, die Öffentlichkeitskampagne werde ansonsten fortgesetzt. Ziel sei es, der islamistischen Radikalisierung von Jugendlichen und jungen Menschen entgegenzutreten. Die Kampagne wirbt für eine Beratungsstelle, wo Betroffene Rat suchen können, wenn sich jemand aus ihrem Umfeld radikalisiert.

 

Quelle: AFP
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