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Verteidigungsministerin
Von der Leyen fordert mehr Geld für die Bundeswehr

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen fordert mehr Geld für die Bundeswehr
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Camp Marmal in Masar-i-Scharif (Archiv). FOTO: dpa, fis vge tba
Augustdorf. Die Bundeswehr ist weltweit im Einsatz. Verteidigungsministerin von der Leyen fordert deshalb mehr Geld für die Truppe. Gleichzeitig bereitet sie die Bevölkerung darauf vor, dass deutsche Soldaten noch viele Jahre in Afghanistan bleiben wird.

"Warme Worte reichen nicht", sagte die Bundesverteidigungsministerin am Samstag angesichts wachsender internationaler Anforderungen. Die Soldaten brauchten "auch in den nächsten Jahren mehr und nachhaltige Finanzierung und die Unterstützung der Gesellschaft". Ursula von der Leyen (CDU) verwies darauf, dass die Truppe nach 25 Jahren mit Kürzungen seit zwei Jahren endlich wieder wachse und auch mehr Personal einstellen könne. Für Auslandseinsätze etwa im Kampf gegen den Terrorismus werde dringend mehr und modernes Material gebraucht.

Die Ministerin besuchte am Samstag die Kaserne Augustdorf in Nordrhein-Westfalen. Anlass war der bundesweite Tag der offenen Tür der Bundeswehr. Die Soldaten informierten die Bevölkerung über ihre Einsätze und die neue Cyber-Truppe. Bundesweit wurden 250.000 Besucher erwartet. An einigen Standorten wollten Friedensaktivisten demonstrieren.

Von der Leyen erwartet, dass die Bundeswehr noch viele Jahre in Afghanistan bleiben wird. "Selbst im Kosovo ist die Bundeswehr seit fast 20 Jahren stationiert. In Afghanistan müssen wir wahrscheinlich in noch längeren Zeiträumen denken", sagte von der Leyen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es sei "schwer, Afghanistan zu stabilisieren".

Die deutsche Beteiligung am internationalen Militäreinsatz in Afghanistan wurde vom Bundestag Ende 2001 auf Antrag der damaligen rot-grünen Regierung beschlossen. Seitdem hat das Parlament das Mandat immer wieder verlängert. Derzeit sind knapp tausend Bundeswehrsoldaten im Rahmen der Nato-Mission "Resolute Support" am Hindukusch stationiert. Ihre Aufgabe ist die Ausbildung und Beratung der afghanischen Sicherheitskräfte.

"Wir sollten nicht ständig fragen, wann wir abziehen können, weil das die Terroristen motiviert und die Menschen verunsichert, die ja gerne in der Heimat bleiben wollen", sagte von der Leyen den Funke-Zeitungen. Für die Stabilisierung Afghanistans brauche es "Geduld und einen langen Atem".

(AFP)
 
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